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Attentat auf US-Präsident John F. Kennedy (1963)
Hintergrundinformationen
John Fitzgerald Kennedy (1917-1963) war als Mitglied der „Demokratischen Partei“ („Democratic Party“, „Democrats“) von 1961 bis zu seinem gewaltsamen Tod 1963 der 35. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.
Kennedy führte im November 1963 eine Reise durch den Bundesstaat Texas durch, um seine Wiederwahl 1964 zu begünstigen und Spenden zu sammeln. Zu diesem Zeitpunkt stand er durch mehrere politische Strömungen in der Kritik, die ihm zu wenig Patriotismus sowie mangelnde Härte und Entschlossenheit im Umgang mit Gegnern der USA vorwarfen. Sogar Steckbriefe, die den Präsidenten als Landesverräter darstellten, wurden verteilt. In diesem bedrohlichen Klima musste bereits eine Autofahrt Kennedys für den 18.11.1963 in Miami abgesagt werden, da Attentatspläne aufgedeckt werden konnten. Kennedy war nach eigenen Aussagen sowohl die Wahrscheinlichkeit, als auch die einfache Durchführbarkeit eines Attentats bewusst. Trotzdem entschied er sich dafür, nur vier Tage nach der abgesagten Fahrt in Miami in einem offenen Wagen durch Dallas zu fahren.
Dort trafen ihn dann am 22.11.1963 gegen 12.30 Uhr tatsächlich mehrere Gewehrschüsse, als er auf der Elm Street den sog. „Dealey Plaza“ passierte. Er saß dabei ganz rechts hinten auf der Rückbank seiner Präsidentenlimousine, einem dunkelblauen 1961er Lincoln Continental X-100, der drei Sitzreihen besaß. Seine Frau Jacqueline „Jackie“ Kennedy saß links neben ihm, während in den anderen Reihen noch der Gouverneur von Texas, John Connally, und dessen Frau Nellie Connally, sowie die Secret-Service-Agenten William Greer und Roy Kellerman saßen. Eine erste Gewehrkugel traf Kennedy und John Connally, woraufhin der Präsident im Gegensatz zu Connally sitzen blieb, da er aus gesundheitlichen Gründen ein Korsett trug. Kurz darauf traf Kennedy ein weiterer Schuss in den Kopf, seine Frau versuchte danach unter Schock ein Stück seines Schädels, das durch den Schuß wegflog, auf dem Heck des Wagens einzusammeln. Sie wurde von einem auf den Wagen aufgesprungenen Sicherheitsmann zurückgedrängt, zudem beschleunigte man nun die Limousine, um aus der Schußzone zu entkommen. Zeugen berichteten von einem Gewehr im Fenster eines Lagerhauses in der Nähe. Weitere Zeugen berichteten von einem Schuss, der aus einer anderen Richtung kam. Die Fahrt Kennedys durch die Elm Street, und damit auch das ganze Attentat, wurde von dem Amateurfilmer Abraham Zapruder auf Video aufgenommen. Kennedy wurde in die Notaufnahme des Parkland Memorial Hospital gefahren, wo man ihn gegen 13 Uhr für tot erklärte.
Wenige Stunden nach dem Attentat wurde die Leiche Kennedys an Bord der Präsidentenmaschine „Air Force One“ gebracht. In dieser wurde auch noch vor dem Flug nach Washington der damalige Vizepräsident Lyndon B. Johnson als 36. US-Präsident vereidigt. Kennedy wurde später obduziert und nach einer großen Trauerfeier mit knapp einer Million Teilnehmern auf dem Nationalfriedhof Arlington beerdigt.
Etwa eineinhalb Stunden nach den Schüssen wurde der 25jährige Kommunist Lee Harvey Oswald in einem Kino verhaftet und der Öffentlichkeit als dringend tatverdächtig vorgestellt. Noch bevor es zu einer Anklage oder gar Gerichtsverfahren kam, wurde jedoch auch Oswald nur etwa 48 Stunden später in Polizeigewahrsam von dem Nachtclubbesitzer Jack Ruby erschossen, ebenfalls vor einer laufenden Kamera.
Der neue US-Präsident Johnson rief am 29. November die sog. „Warren-Kommission“ ins Leben, um die Umstände des Attentats aufklären zu lassen, zudem gab es mehrere weitere Untersuchungen. Nach der abschließenden offiziellen Darstellung mit Lee Harvey Oswald als Einzeltäter mehrten sich die Zweifel daran und ließen zahlreiche Verschwörungstheorien entstehen, die etwa von einer Verwicklung des CIA, der Wirtschaft, der Mafia oder gar des Vizepräsidenten Johnson in den Mord ausgehen. Die Hintergründe des Attentats bleiben bis heute umstritten. Die Akten der Warren-Kommission sollen jedoch bis 2017 öffentlich gemacht werden, wodurch sich viele Leute neue Erkenntnisse erhoffen.
Viele Zeitzeugen geben an, dass sie sich noch Jahrzehnte danach an den Moment erinnern können, in dem sie von dem Attentat erfuhren, sowie an die gebannte Verfolgung der ersten Fernsehbilder und Berichterstattungen.
Wissenswertes
- Im Frühjahr 2010 empört ein neues Musikvideo der Soulsängerin Erykah Badu die USA. In diesem ist zu sehen, wie sie zu ihrem Song "Windows Seat" durch die Straßen von Dallas läuft, sich dabei langsam nackt auszieht, und schließlich genau an der Stelle, an der Kennedy erschossen wurde, nach einem Knall "tot" zusammensackt, woraufhin man computeranimiertes, blaues Blut aus ihrem Kopf laufen sieht.
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