Buchempfehlungen von Christine Westermann
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Zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2026 • Von Marcel Behling
Die deutsche Fernseh- und Radiomoderatorin, Journalistin und Autorin Christine Westermann wurde vor allem durch die Moderation der Kult-Sendung "Zimmer frei!" bekannt, die sie von 1996 bis 2016 gemeinsam mit Götz Alsmann präsentierte. Für dieses Format erhielt sie unter anderem den renommierten Adolf-Grimme-Preis.
Neben ihrer TV-Karriere ist Westermann auch als Literaturkritikerin aktiv. Von 2015 bis 2019 gehörte sie neben Thea Dorn und Volker Weidermann zur festen Runde des "Literarischen Quartetts" im ZDF. Bis heute gibt sie zudem auf WDR2 einmal wöchentlich Buchtipps – gemeinsam mit Denis Scheck. Darüber hinaus stellte sie bis 2021 in der WDR-Sendung "Frau tv" regelmäßig empfehlenswerte Bücher vor. Nachdem das Format eingestellt wurde, äußerte sie ihre Enttäuschung und kündigte an, ihre Buchempfehlungen künftig an anderer Stelle fortzusetzen.
Falls Sie sich für Christine Westermanns Buchtipps interessieren, finden Sie nachfolgend eine Auswahl von Titeln, die sie in den letzten Jahren empfohlen hat. Diese Liste wird in Zukunft um Klassiker erweitert, die sie ebenfalls zur Lektüre vorschlägt.
Christine Westermann: Ausgewählte Buchtipps
Thommie Bayer: Das Glück meiner Mutter
Autor: Thommie Bayer, deutscher Schriftsteller, Musiker und Maler
Eine scheinbar leichte Sommererzählung, die sich bei genauerem Hinsehen als tiefgründiges Kammerspiel über Schuld, Reue und familiäre Verstrickungen entpuppt.
Worum geht es?
Der knapp 50-jährige Drehbuch- und Krimiautor Philipp Dorn steckt in einer tiefen Lebenskrise. Nach dem Ende seiner Beziehung flieht er mit seinem Mini über die Alpen nach Norditalien. In der Abgeschiedenheit eines toskanischen Ferienhauses sucht er – bei Espresso und Rotwein – eigentlich nur Ruhe. Doch die Stille lässt Raum für Geister der Vergangenheit. Philipp reflektiert die komplexe Beziehung zu seiner vor drei Jahren verstorbenen Mutter. Er stand ihr zeitlebens nah, weiß aber auch, dass er ihr einst den größten Schmerz ihres Lebens zugefügt hat.
Die Dynamik ändert sich abrupt, als eine fremde Frau nachts heimlich seinen Pool nutzt. Die daraus resultierenden Begegnungen brechen Philipps Isolation auf und führen ihn unverhofft zu den Antworten, nach denen er unbewusst gesucht hat.
Was macht diesen Roman so lesenswert?
Der unaufgeregte Schreibstil: Bayer verzichtet auf literarische Effekthascherei. Seine Sprache ist schnörkellos, präzise und besitzt eine elegante, fast melancholische Leichtigkeit.
Das Spiel mit Licht und Schatten: Die mediterrane Kulisse Italiens dient nicht als bloße Postkartenidylle, sondern bildet den atmosphärischen Gegenpol zu den schweren, inneren Monologen des Protagonisten.
Psychologische Reife: Der Roman stellt die schmerzhafte, aber universelle Frage: „Was wäre gewesen, wenn?“ Er zeigt behutsam, wie schwer es ist, die eigenen Eltern als eigenständige Individuen mit eigenen Geheimnissen und Sehnsüchten zu begreifen.
Fazit
"Das Glück meiner Mutter" ist kein lauter Bestseller, sondern ein leiser, tröstlicher Roman über die Kunst des Verzeihens – sich selbst und anderen gegenüber. Thommie Bayer beweist einmal mehr, dass er Empathie und literarische Leichtigkeit perfekt balancieren kann. Das Buch nimmt zum Ende hin eine überraschende Wendung und lässt den Leser mit einer angenehmen Mischung aus Wehmut und Hoffnung zurück.
Eine uneingeschränkte Empfehlung für Leser, die anspruchsvolle, psychologisch feinfühlige Unterhaltung mit einem Hauch von sommerlicher Melancholie suchen.
Ansehen bei:
Susanne Schmidt: Machen Sie mal zügig die Mitteltüren frei - Eine Berliner Busfahrerin erzählt
Autorin: Susanne Schmidt, deutsche Schriftstellerin
Eine literarische Dokumentation des urbanen Lebens und ein tiefer Blick in das oft unterschätzte Berufsfeld der Busfahrer.
Worum geht es?
Mit Mitte 50 entscheidet sich die gelernte Erzieherin und Drehbuchautorin Susanne Schmidt noch einmal komplett um. Angespornt von einer Kampagne der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die besagt, dass ältere Frauen statistisch gesehen die wenigsten Unfälle bauen, setzt sie sich hinter das Steuer eines gelben Doppeldeckers.
Aus dieser Perspektive schildert sie ihren Alltag: von der harten, anfangs von Männern dominierten Ausbildung über skurrile Begegnungen an den Haltestellen bis hin zu spontanen Partys im Bus oder unerwarteten Momenten der Solidarität. Doch Schmidt spart auch die Schattenseiten nicht aus: den extremen Zeitdruck, die permanente Konzentration, die unregelmäßigen Schichten und das strukturelle Problem des Sexismus im Betrieb, die sie schließlich nach intensiven Monaten an die eigenen Belastungsgrenzen führten.
Was macht dieses Buch so lesenswert?
Der ethnologische Blick: Schmidt beobachtet das "soziale Mikroklima", das sich mit jeder Haltestelle und jeder Linie verändert. Ihr Bus wird zum Spiegelbild der Gesellschaft – hier treffen Welten aufeinander, die sonst streng getrennt bleiben.
Balance aus Witz und Härte: Die Autorin schreibt mit der typischen Berliner Schnauze, bleibt dabei aber immer empathisch und reflektiert. Das Buch glänzt durch humorvolle Anekdoten, verschweigt aber zu keinem Zeitpunkt, wie knallhart und gesundheitsgefährdend der Job im Cockpit sein kann.
Literarisches Handwerk: Durch ihren Hintergrund als Drehbuchautorin hat Schmidt ein feines Gespür für Timing, Dialoge und Pointen. Die Kapitel lesen sich flüssig, lebendig und erzählerisch dicht.
Fazit
"Machen Sie mal zügig die Mitteltüren frei" ist ein ehrliches, warmherziges und zeitweise bissiges Buch über Berlin, seine Menschen und die Helden des öffentlichen Nahverkehrs. Es regt zum Lachen an, regt aber gleichermaßen zum Nachdenken über Respekt im Alltag und die Bedingungen im System ÖPNV an. Nach dieser Lektüre steigt man garantiert mit einem völlig veränderten Blick in den nächsten Linienbus.
Eine unbedingte Empfehlung für alle, die Berlin lieben (oder hassen), die sich für starke Frauenbiografien interessieren und die ehrliche, ungefilterte Geschichten aus dem echten Leben schätzen.
Ansehen bei:
Laila Lalami: Die Anderen
Originaltitel: The Other Americans
Autorin: Laila Lalami, US-amerikanische Schriftstellerin
Erzählung eines Kriminalfalls, die ein tiefgründiges, multiperspektivisches Gesellschaftsporträt der modernen USA liefert.
Worum geht es?
In einer Kleinstadt am Rande der kalifornischen Mojave-Wüste geschieht eines Nachts ein tragisches Unglück: Driss Guerraoui, ein marokkanischer Einwanderer und stolzer Besitzer eines gut gehenden Diners, wird auf offener Straße angefahren und getötet. Der Täter flieht unerkannt.
Seine Tochter Nora, eine ambitionierte Jazz-Komponistin, kehrt tief erschüttert aus der Großstadt zurück. Sie glaubt nicht an einen alltäglichen Unfall und vermutet rassistische Motive. Gemeinsam mit Jeremy, einem alten Schulfreund, der als Polizist ermittelt und traumatisiert aus dem Irakkrieg zurückgekehrt ist, versucht sie, die Wahrheit zu rekonstruieren. Die Suche nach dem Täter reißt alte Wunden in der Gemeinschaft auf und bringt Geheimnisse ans Licht, die auch Driss in einem völlig neuen Licht erscheinen lassen.
Was macht diesen Roman so lesenswert?
Die virtuose Multiperspektivität: Lalami lässt insgesamt neun verschiedene Figuren in der Ich-Form zu Wort kommen – darunter das Opfer selbst, die Trauernden, einen illegalisierten Zeugen aus Mexiko, den ermittelnden Polizisten und den missgünstigen weißen Nachbarn. Durch dieses Stimmengeflecht entsteht ein faszinierendes, vorurteilsfreies Mosaik.
Krimispannung mit Tiefgang: Das Rätsel um die Identität des Fahrers treibt die Handlung dynamisch voran. Doch die eigentliche Spannung liegt in den psychologischen und sozialen Spannungen zwischen den Figuren.
Ein ungeschönter Blick auf den "American Dream": Der Roman zeigt eindrücklich, dass Integration kein linearer Prozess ist. Selbst nach Jahrzehnten des wirtschaftlichen Erfolgs reicht ein einziger Funke, um die mühsam aufgebauten Brücken zur Mehrheitsgesellschaft einzureißen.
Fazit
„Die Anderen“ ist ein hochaktuelles, handwerklich makelloses Buch, das ganz ohne moralischen Zeigefinger auskommt. Laila Lalami beweist ein enormes Gespür für die Zwischentöne des menschlichen Zusammenlebens und seziert die Mechanismen des „Othering“ – also des Ausgrenzens derer, die man als anders wahrnimmt. Ein mitreißender Epochenroman über Schuld, Vergebung und die zerbrechliche Hoffnung auf Verständigung.
Ein absoluter Lesetipp für alle, die literarisch anspruchsvolle Romane mit politischer Relevanz, psychologischer Dichte und erzählerischer Sogwirkung schätzen.
Ansehen bei:
Anna Brüggemann: Trennungsroman
Autorin: Anna Brüggemann, deutsche Schauspielerin und Schriftstellerin
Ein schonungslos ehrliches Porträt einer Generation, die vor lauter Optionen verlernt hat, sich zu entscheiden.
Worum geht es?
Thomas und Eva, beide Anfang dreißig, sind seit acht Jahren ein Paar. Sie teilen sich eine Altbauwohnung in Berlin, ihren Alltag und die Erwartungen ihres Umfelds. Eigentlich stünde nun der nächste konventionelle Schritt an: Heiraten, Nestbau, Kinderkriegen. Doch statt Vorfreude macht sich bei Thomas eine lähmende Gewissheit breit: Er liebt Eva nicht mehr genug.
Was folgt, ist kein filmreifer Eklat, sondern ein qualvoller, monatelanger Zustand des Übergangs. Thomas schafft es nicht, den finalen Schlussstrich zu ziehen – aus Feigheit und aus Sorge vor der Einsamkeit. Eva wiederum spürt die emotionale Distanz, flüchtet sich jedoch in Aktionismus und Ausflüchte, um die Fassade zu retten. Brüggemann schildert diesen schleichenden Prozess abwechselnd aus beiden Perspektiven und seziert das schmerzhafte Ringen um eine Liebe, die längst erloschen ist.
Was macht diesen Roman so lesenswert?
Der filmische, szenische Blick: Brüggemanns Hintergrund als Drehbuchautorin (u.a. Kreuzweg) ist auf jeder Seite spürbar. Die Dialoge sind absolut authentisch, die Alltagsszenen – vom gemeinsamen Kochen bis zum WG-Fest bei Freunden – so lebensecht eingefangen, dass man sich als Leser fast wie ein Voyeur fühlt.
Schonungslose Identifikationskraft: Der Roman verzichtet auf Gut-Böse-Klischees. Weder Thomas noch Eva verhalten sich fehlerfrei; beide sind in ihren Ängsten, ihrer Unreife und ihren Sehnsüchten zutiefst menschlich. Die Lektüre tut streckenweise weh, weil man die Mechanismen des Selbstbetrugs nur zu gut wiederkennt.
Das Porträt einer Generation: Neben der Paardynamik spiegelt das Buch das Lebensgefühl urbaner Enddreißiger wider – gefangen zwischen dem Wunsch nach absoluter Freiheit und der Sehnsucht nach bürgerlicher Sicherheit.
Fazit
"Trennungsroman" ist kein rührseliges Buch, sondern eine psychologisch meisterhafte, fast klinische Untersuchung des Beziehungsalltags. Anna Brüggemann beweist ein feines Gespür für das Unausgesprochene und die feinen Risse im Fundament einer Partnerschaft. Ein kluger, empathischer und bisweilen schmerzhaft komischer Roman, der noch lange nachwirkt.
Ein absoluter Lesetipp für alle, die psychologisch dichte Beziehungsstudien schätzen und einen ungeschönten, modernen Blick auf die Liebe im 21. Jahrhundert werfen wollen.
Ansehen bei:
Alexander Oetker: Mittwochs am Meer
Autor: Alexander Oetker, deutscher Journalist und Schriftsteller
Eine spannende Liebesgeschichte über eine leidenschaftliche Affäre in einem verträumten Hafenstädtchen in der Bretagne, die mit einem überraschenden Finale aufwartet.
Worum geht es?
Der Pariser Anwalt Maurice lebt streng nach Plan. Als kühler, rationaler Insolvenzverwalter reist er jeden Mittwochmorgen per Zug in das verträumte Hafenstädtchen Cancale in der Bretagne. Sein Auftrag ist so unromantisch wie wichtig: Er soll eine angeschlagene Austernfischerei und die Jobs der misstrauischen Einheimischen retten. Jeden Donnerstag reist er wieder ab. Es ist eine monotone Routine der Pflichterfüllung – bis zu dem Tag, an dem sein Stammhotel überbucht ist.
Durch diesen Zufall gerät Maurice an Dominique, die charismatische Rezeptionistin. Als sie ihm am Abend einen Liebesbrief und einen Gedichtband zukommen lässt, bricht Maurices streng geordnetes Gefüge zusammen. Es ist der Beginn einer leidenschaftlichen Affäre, die über einen ganzen Sommer hinweg jeden Mittwoch neu entflammt. Doch was wie ein unbeschwerter Traum beginnt, führt das Paar schlussendlich zu einer folgenschweren, überraschenden Erkenntnis.
Was macht diesen Roman so lesenswert?
Das Spiel der Kontraste: Oetker inszeniert das Aufeinandertreffen zweier Welten: Auf der einen Seite der kühle, leistungsorientierte Pariser Jurist, auf der anderen die raue, herzliche Authentizität der bretonischen Fischer und die emotionale Offenheit Dominiques.
Atmosphärische Dichte: Die Kulisse von Cancale – berühmt für seine Austernbänke – wird im Buch fast zu einer eigenen Figur. Man schmeckt die Meeresluft, riecht den Calvados und spürt das Savoir-vivre Frankreichs. Der Roman liest sich phasenweise wie eine literarische Einladung zum Reisen.
Stilistische Reife: Trotz der romantischen Prämisse driftet Oetker nicht in den klassischen Kitsch ab. Der Stil ist angenehm unaufgeregt, klar und stellenweise sehr poetisch. Mit nur 176 Seiten konzentriert sich die Erzählung ganz auf das Wesentliche und gipfelt in einem Finale, das den Leser emotional unvorbereitet trifft.
Fazit
"Mittwochs am Meer" ist eine nostalgische, herzerwärmende und zugleich melancholische Auszeit vom Alltag. Alexander Oetker zeigt feinfühlig, was passiert, wenn ein Mensch, der nur für die Pflicht gelebt hat, plötzlich lernt, im Moment zu verweilen. Ein wunderbar komponiertes Buch über die Sehnsucht, verpasste Chancen und die unvorhersehbare Dynamik des Lebens.
Eine uneingeschränkte Lektüre-Empfehlung für alle, die eine literarisch charmante Liebesgeschichte mit Tiefgang suchen und eine Schwäche für die ungezähmte Schönheit der Bretagne haben.
Ansehen bei:
Friedrich Ani: Letzte Ehre
Autorin: Friedrich Ani, deutscher Schriftsteller
Ein düsterer, schmerzhafter Roman, der das Genre Krimi als Lupe nutzt, um das zu betrachten, was Männer Frauen tagtäglich und mit erschreckender Selbstverständlichkeit antun.
Worum geht es?
Die 17-jährige Finja Madsen ist nach einer Party spurlos verschwunden. Es gibt keine Zeugen, keine Spuren, keine Anhaltspunkte. Die Ermittlungen der Münchner Polizei stecken in einer Sackgasse. Hier übernimmt Oberkommissarin Fariza Nasri – eine Ermittlerin kurz vor der Rente, unangepasst, desillusioniert und selbst tief von den Geistern der eigenen Vergangenheit gezeichnet.
Bei ihren Verhören stößt Nasri auf Stephan Barig, den Lebensgefährten von Finjas Mutter. In seinem Haus fand die Party statt, während er angeblich übers Wochenende verreist war. Barig sagt gewissenhaft und höflich aus. Doch Nasri, eine Meisterin im Lesen von Zwischentönen und dem ungesagten Wort, spürt sofort: Dieser Mann lügt. Die darauffolgende Suche nach der Wahrheit entwickelt sich zu einer Tour de Force. Ani verwebt kunstvoll die Schicksale mehrerer geschundener Frauen und führt die Ermittlerin in einen beklemmenden Strudel aus männlicher Arroganz, struktureller Gewalt und tiefen Traumata.
Was macht diesen Kriminalroman so lesenswert?
Die psychologische Präzision der Dialoge: Ani inszeniert Verhöre nicht als actionreiche Verhöre, sondern als psychologische Duelle. In langen Passagen entlarvt sich die Selbstherrlichkeit und die subtile Aggression der Verdächtigen durch ein ruhiges, unaufhaltsames Sich-selbst-Entlarven.
Fariza Nasri als Ausnahme-Ermittlerin: Nach Kultfiguren wie Tabor Süden oder Jakob Franck etabliert Ani hier eine weibliche Hauptfigur, die fasziniert. Nasri ist keine strahlende Heldin; sie ist eine verlorene Seele, die sich im Spiegel selbst kaum traut und dennoch eine unnachgiebige Empathie für die Opfer aufbringt.
Schmerzhafte Poesie statt Sensationsgier: Wo andere Thriller auf blutige Details setzen, wählt Ani eine reduzierte, dichte und hochelegante Sprache. Er stattet die schweigenden Frauen mit einer Würde aus, die dem Grauen ihrer Geschichten gerecht wird, ohne voyeuristisch zu wirken.
Fazit
"Letzte Ehre" ist ein radikaler, trauriger und zugleich ungemein packender Roman. Friedrich Ani fordert seiner Leserschaft einiges ab – er schenkt einem nichts, entlässt einen aber trotz aller Düsternis mit einem winzigen, klug platzierten Hoffnungsschimmer. Das Buch geht unter die Haut, lässt einen kaum atmen und hallt durch seine gesellschaftskritische Schärfe noch sehr lange nach.
Eine dringende Empfehlung für Leser von literarisch anspruchsvollen Kriminalromanen, die keine seichte Unterhaltung suchen, sondern eine tiefgründige, sprachlich brillante Auseinandersetzung mit den Abgründen des menschlichen Miteinanders.
Ansehen bei:
Irvin D. Yalom und Marilyn Yalom: Unzertrennlich - Über den Tod und das Leben
Originaltitel: A Matter of Death and Life
Autoren: Irvin D. Yalom, US-amerikanischer Psychoanalytiker, Psychotherapeut, Psychiater und Schriftsteller / Marilyn Yalom, US-amerikanische Literaturwissenschaftlerin, Geschlechterforscherin und feministische Schriftstellerin
Ein zutiefst berührendes, hochreflektiertes Protokoll des Sterbens und eine der ehrlichsten Liebeserklärungen der Gegenwartsliteratur.
Worum geht es?
Marilyn und Irvin lernen sich mit fünfzehn Jahren kennen und führen eine über 65-jährige, intellektuell wie emotional außergewöhnlich erfüllte Ehe. Im Jahr 2019 erhält Marilyn die Diagnose eines Multiples Myeloms (einer unheilbaren Form von Knochenmarkskrebs). Angesichts der schmerzhaften Therapien und des nahenden Endes schlägt sie ihrem Mann vor, ein gemeinsames Tagebuch zu führen.
In abwechselnden Kapiteln dokumentieren die beiden die darauffolgenden Monate. Während Marilyn mit dem körperlichen Verfall ringt und schließlich die Entscheidung für die ärztliche Sterbehilfe trifft, kämpft Irvin mit der lähmenden Vorstellung, als Hinterbliebener in einer Welt ohne sie existieren zu müssen. Nach Marilyns Tod im November 2019 führt Irvin das Buch allein fort – und muss am eigenen Leib erfahren, dass all sein theoretisches Wissen über Trauerarbeit ihn nicht vor dem tiefen Schmerz des Alleinseins schützt.
Was macht dieses Buch so lesenswert?
Der radikal ehrliche Perspektivwechsel: Das Buch besticht durch seine Dualität. Marilyn schreibt aus der Sicht der Sterbenden, die das Leben loslassen muss, aber ihren Frieden damit macht. Irvin schreibt aus der Sicht des Zurückbleibenden, dessen emotionale Verwundbarkeit und Angst vor dem Alleinsein trotz seiner jahrzehntigen Erfahrung als Psychoanalytiker ungefiltert zutage treten.
Praktizierte existentielle Philosophie: Wer Yaloms theoretische Werke (wie "In die Sonne schauen") kennt, sieht hier die gelebte Praxis. Das Paar diskutiert offen über Sterbehilfe, das Ordnen des Nachlasses, das Nachdenken über ein gelebtes Leben ohne Bedauern (das Konzept des "No Regrets") und die Würde im Abschied.
Tröstlich statt deprimierend: Trotz der inhärenten Schwere des Themas verströmt das Buch eine bemerkenswerte Klarheit. Es zeigt, dass der Tod zwar das physische Leben beendet, aber nicht die Spuren und die Liebe, die ein Mensch hinterlässt.
Fazit
"Unzertrennlich" ist ein großes Geschenk an die Leserschaft. Die Yaloms brechen das gesellschaftliche Tabu rund um das Sterben und den Prozess des Alterns auf. Sie zeigen uns, wie ein würdevoller Abschied aussehen kann, wenn er von gegenseitigem Respekt und tiefer Liebe getragen wird. Ein aufwühlendes, trauriges, aber im selben Maße tröstliches Werk, das Mut macht, dem eigenen Leben mit mehr Achtsamkeit zu begegnen.
Eine uneingeschränkte Empfehlung für alle, die sich für Psychologie und Philosophie interessieren, die Trost in Zeiten der Trauer suchen oder einfach eine der authentischsten Liebesgeschichten unserer Zeit lesen möchten.
Ansehen bei:
Éliette Abécassis: Mit uns wäre es anders gewesen
Originaltitel: Nos Rendez-Vous
Autorin: Éliette Abécassis, französische Schriftstellerin
Eine feinsinnige Liebesgeschichte und philosophische Untersuchung über die Macht des Schicksals, das verpasste Glück und die alles entscheidende Frage: "Was wäre gewesen, wenn?"
Worum geht es?
Paris in den späten 1980er-Yahren: An der renommierten Universität Sciences Po kreuzen sich die Wege der jungen Amélie und des ambitionierten Vincent. Zwischen den beiden funkt es sofort – eine tiefe, intellektuelle und emotionale Anziehung. Doch das Leben, familiäre Erwartungen, Missverständnisse und unglückliche Zufälle spielen gegen sie. Statt zusammenzufinden, schlagen beide getrennte Wege ein. Sie heiraten andere Partner, machen Karriere, bekommen Kinder und bauen sich bürgerliche Existenzen auf.
Und doch lässt sie der Gedanke aneinander nie ganz los. Über einen Zeitraum von dreißig Jahren hinweg kreuzen sich ihre Lebenslinien immer wieder: auf Partys, an Straßenecken, in Cafés. Jede dieser flüchtigen Begegnungen reißt alte Wunden auf und entfacht die alte Glut neu. Es beginnt ein schmerzhaftes Spiel aus Nähe und Distanz, während das Leben unaufhaltsam an ihnen vorbeizieht.
Was macht diesen Roman so lesenswert?
Philosophische Tiefe im leichten Gewand: Als studierte Philosophin belässt es Abécassis nicht bei einer klassischen Romanze. Sie seziert messerscharf, wie sehr gesellschaftliche Konventionen, das Timing und die eigene Feigheit unsere Lebenswege determinieren.
Das Porträt einer Generation: Der Roman funktioniert gleichzeitig als intimes Zeitzeugnis. Vor dem Hintergrund der Pariser Kulisse spiegelt das Buch die Sehnsüchte, Illusionen und das spätere Desillusioniertsein der Generation wider, die Ende des 20. Jahrhunderts erwachsen wurde.
Sprachliche Eleganz: Abécassis schreibt in einer klaren, fast schwebenden Sprache, die die typische französische Melancholie perfekt einfängt. Die Kapitel sind kurz und dynamisch, wodurch das Vergehen der Jahrzehnte eine enorme erzählerische Sogwirkung entwickelt.
Fazit
"Mit uns wäre es anders gewesen" ist eine literarische Perle für alle Romantiker und Melancholiker gleichermaßen. Éliette Abécassis tröstet den Leser nicht mit einfachen Antworten oder einem klassischen Happy End, sondern zeigt die Schönheit und den Schmerz eines Lebens auf, das von einer großen, unvollendeten Liebe begleitet wird. Ein wunderbar komponiertes, emotional aufwühlendes Buch, das den Leser unweigerlich dazu bringt, die eigenen Kreuzungswege des Lebens zu hinterfragen.
Eine uneingeschränkte Lektüre-Empfehlung für alle, die literarisch anspruchsvolle Beziehungsstudien im Stile von David Nicholls' "Zwei an einem Tag" schätzen, aber den eleganten, philosophischen Ton der französischen Gegenwartsliteratur bevorzugen.
Ansehen bei:
Klaus Pohl: Sein oder Nichtsein
Autor: Klaus Pohl, deutscher Schauspieler, Theaterregisseur, Dramatiker und Schriftsteller
Ein faszinierendes Post-MeToo-Zeitzeugnis einer vergangenen, von Genie und absolutem Wahnsinn geprägten Epoche der europäischen Bühnenkunst.
Worum geht es?
Im Sommer 1999 bläst das legendäre Enfant terrible der Theaterregie, Peter Zadek, zur Attacke auf das „schwierigste Stück aller Zeiten“: Shakespeares Hamlet. Probenort ist die Abgeschiedenheit von Straßburg. Zadeks Besetzungscoup ist ein Skandal im Kulturbecken: Die zarte Angela Winkler soll den dänischen Prinzen spielen. Der alternde Schauspiel-Gigant Ulrich Wildgruber – Zadeks Ur-Hamlet aus den 1970ern – wird derweil auf die Nebenrolle des Polonius degradiert.
Klaus Pohl, im Stück als Hamlets treuer Freund Horatio besetzt, wird zum Chronisten des darauffolgenden dreimonatigen Nervenkriegs. Es ist eine Chronik des absoluten Ausnahmezustands: Zadek agiert als patriarchaler Zampano, der sein Starensemble (darunter Otto Sander, Eva Mattes und Hermann Lause) im ständigen Wechsel aus vernichtender Demütigung und überschwänglichem Lob an den Rand des psychischen Zusammenbruchs treibt. Angela Winkler flieht mehrmals kopflos vor der Textgewalt, Wildgruber taumelt zwischen genialem Aufbäumen und tiefem, alkoholisiertem Abgrund, während das Ensemble nachts in elsässischen Lokalen die Wunden des Tages ertränkt.
Was macht diesen Roman so lesenswert?
Der authentische Insider-Blick: Pohl schreibt nicht über Schauspieler, er schreibt als einer von ihnen. Die Dialoge, die Eitelkeiten, die Urängste vor dem Versagen und die bedingungslose Hingabe zur Kunst sind mit einer solchen Plastizität eingefangen, dass man den Schweiß der Probebühne und den Dunst der nächtlichen Kneipenrunden förmlich riechen kann.
Feinfühlige Ambivalenz: Der Roman verkommt nie zum voyeuristischen Klatsch. In Zeiten der berechtigten Post-MeToo-Debatten zeigt Pohl das damalige System des Psychoterrors zwar ungeschönt, bewahrt aber dennoch eine zärtliche, humorvolle Distanz. Er entlarvt den Despotismus, verleugnet aber nicht die daraus entstehende, transzendente Kunst.
Eine wehmütige Liebeserklärung: Das Buch ist gleichzeitig ein Requiem auf eine untergegangene Theaterwelt und ein Denkmal für die großen Mimen der Nachkriegsrepublik – allen voran für Ulrich Wildgruber, der sich kurz nach den Millenniums-Aufführungen das Leben nahm.
Fazit
"Sein oder Nichtsein" ist weit mehr als Probennostalgie für Theatergänger. Es ist eine tragikomische, rasante und hochempathische Untersuchung über die Natur der Kreativität und das Rätsel, wie aus chaotischer Zerstörung vollkommene Kunst erwächst. Klaus Pohl schreibt mit einer dramatischen, saulustigen und am Ende zutiefst berührenden Sprache, die den Leser ab der ersten Seite in einen unwiderstehlichen erzählerischen Sog zieht.
Ein absolutes Meisterwerk für alle, die das Theater lieben, die sich für die Psychologie von Ausnahmekünstlern interessieren oder einfach einen packenden, sprachlich brillanten Epochenroman lesen wollen.
Ansehen bei:
Doris Knecht: Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe
Autorin: Doris Knecht, österreichische Journalistin und Schriftstellerin
Ein Buch über eine universelle Übergangsphase im Leben: das Loslassen der Kinder und das gleichzeitige Neuerfinden des eigenen Selbst.
Worum geht es?
Die namentlich nicht genannte Protagonistin – Mitte fünfzig, alleinerziehende Mutter und freiberufliche Journalistin – steht vor einer radikalen Veränderung. Ihre Zwillinge sind erwachsen und ziehen aus der gemeinsamen, geliebten Wiener Altbauwohnung aus. Die Räume sind plötzlich zu groß, zu leer und vor allem zu teuer. Ein Umzug in eine deutlich kleinere Wohnung ist unumgänglich.
Dieser räumliche Wechsel zwingt sie zu einer Bestandsaufnahme ihres bisherigen Lebens. Jedes Möbelstück, jedes alte Kleidungsstück und jede Kiste im Keller wirft Fragen auf: Was davon brauche ich noch für meine Zukunft? Und was schleppe ich nur aus Sentimentalität mit mir herum? Während sie Kisten packt, sortiert sie im Geiste ihre Vergangenheit – sie reflektiert über verpasste Chancen, gescheiterte Beziehungen, die intensive Zeit der Mutterschaft und die ungeschönte Wahrheit des Alterns. Die titelgebende "vollständige Liste" wird dabei zum running gag und zum Spiegelbild einer Frau, die versucht, die Kontrolle über ihr Leben zu behalten, während sich alles neu sortiert.
Was macht diesen Roman so lesenswert?
Höchste Alltagsrelevanz und Identifikationskraft: Knecht erweist sich einmal mehr als Meisterin der Alltagsbeobachtung. Die Gedanken, Sorgen und auch die heimliche Erleichterung der Protagonistin sind so präzise und ungeschönt formuliert, dass man sich als Leser in fast jeder Szene selbst wiedererkennt.
Melancholie mit humorvollem Gegengewicht: Trotz der inhärenten Schwere des Abschieds driftet der Roman nie in Lamento oder Kitsch ab. Knechts Ton ist gewohnt trocken, pragmatisch und von einem herrlich ironischen Wiener Schmäh durchzogen.
Der ungeschönte Blick aufs Altern: Das Buch beschönigt nichts – weder die körperlichen Veränderungen noch die finanzielle Prekarität einer freiberuflichen Existenz im Alter. Und doch verströmt der Text eine Mut machende, fast befreiende Energie. Das Ausmisten der Wohnung wird zur kraftvollen Metapher für ein inneres Aufräumen.
Fazit
"Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe" ist ein wunderbar leichtfüßiges, aber niemals oberflächliches Buch über den Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt. Doris Knecht beweist, dass das Ende der aktiven Familienphase kein Abgesang sein muss, sondern der Beginn einer neuen, selbstbestimmten Freiheit sein kann. Ein tröstlicher, humorvoller und hochempathischer Roman, der wie ein gutes Gespräch mit der besten Freundin nachwirkt.
Für die Literaturkritikerin Christine Westermann eine sehr geerdete und mit feiner Ironie durchzogene Geschichte eines Neubeginns, die sie mit stiller Begeisterung gelesen hat.
Ein absoluter Lesetipp für Frauen in den besten Jahren, für alle, die gerade vor einem Neuanfang stehen, und für Liebhaber moderner, psychologisch feinfühliger Gegenwartsliteratur mit klugem Witz.
Ansehen bei:
Alena Schröder: Bei euch ist es immer so unheimlich still
Autorin: Alena Schröder, deutsche Journalistin und Schriftstellerin
Ein atmosphärisch dichter und auf zwei Zeitebenen erzählter Familienroman über eine Mutter-Tochter-Beziehung und den Mut, sich der Vergangenheit zu stellen sowie ein jahrzehntelanges Schweigen endlich zu brechen.
Worum geht es?
Südniedersachsen im Jahr 1989: Während in Berlin die Mauer fällt und das ganze Land im Taumel des Umbruchs liegt, herrscht in der Provinz lähmender Stillstand. Die junge Journalistin Silvia hat gerade in München ihr Volontariat und eine unglückliche Liebesbeziehung hinter sich gelassen. Kopflos und ohne echten Plan flieht sie hochschwanger zurück an den Ort, den sie eigentlich für immer hinter sich lassen wollte: in das sterile, perfekt gepflegte Haus ihrer Mutter Evelyn.
Doch statt der erhofften Zuflucht findet Silvia dort die gewohnte Eiszeit vor. Evelyn, eine kühle, unnahbare Frau, stellt keine Fragen und bietet keinen Trost. Zwischen den beiden Frauen steht eine Mauer aus ungesagten Worten. Als Silvia auf dem Dachboden auf alte Briefe und Fotografien stößt, beginnt sie, tief in der Vergangenheit ihrer Mutter zu graben. Die Spuren führen zurück in die späten 1950er-Jahre, zu einer radikalen Lebensentscheidung Evelyns und zu einem tragischen Verlust, der das Leben der Familie für immer überschattet hat.
Was macht diesen Roman so lesenswert?
Atmosphärisches Zeitporträt: Schröder fängt das Lebensgefühl der späten 1980er-Jahre und den mief Gewissheit der westdeutschen Provinz meisterhaft ein. Der Kontrast zwischen dem historischen Aufbruch in Berlin und der emotionalen Starre in der Provinz verleiht dem Roman eine ganz eigene, unterschwellige Spannung.
Komplexe Frauenfiguren: Der Roman verzichtet auf einfache Schuldzuweisungen. Evelyn wird nicht als klassische „Rabenmutter“ dargestellt; durch die Rückblenden in ihre eigene Jugend versteht der Leser die Herkunft ihrer emotionalen Panzerung. Es ist das Porträt zweier Generationen von Frauen, die beide versuchen, aus den engen Rollenmustern ihrer jeweiligen Zeit auszubrechen.
Sprachliche Präzision: Wie schon in ihrem Debüt besticht Schröders Stil durch Klarheit und psychologische Genauigkeit. Sie beschreibt die Kälte und das Unbehagen in den Räumen so plastisch, dass man als Leser die titelgebende Stille förmlich mitempfinden kann.
Fazit
"Bei euch ist es immer so unheimlich still" ist kein lautes Buch, aber eines von enormer emotionaler Wucht. Alena Schröder zeigt eindrücklich, wie ungesagte Geheimnisse wie ein Gift durch die Generationen weitergegeben werden und wie viel Mut es erfordert, die Spirale des Schweigens zu durchbrechen. Ein reifer, handwerklich makelloser Familienroman, der den Leser dazu anregt, auch die eigene Familiengeschichte noch einmal mit anderen Augen zu betrachten.
Die Literaturexpertin Christine Westermann bekennt, dass es sie mit Macht in diese Geschichte hineingezogen hat, die ihr das Gefühl gab, eine Zeitreise gemacht zu haben.
Eine unbedingte Lektüre-Empfehlung für alle, die psychologisch dichte Familiengeschichten lieben und Romane schätzen, die gesellschaftliche Umbrüche im Spiegel des privaten Mikrokosmos erzählen.
Ansehen bei:
Über den Autor Marcel Behling
Seit 2009 kuratiere ich als Gründer von "Die besten aller Zeiten" (DBAZ) handverlesene Buchempfehlungen abseits von Mainstream-Bestsellern. Als passionierter Vielleser mit Fokus auf philosophische Tiefe prüfe ich jedoch nicht nur Neuerscheinungen persönlich auf ihre Substanz, sondern ordne auch zeitlose Klassiker der Weltliteratur und bedeutende Literaturthemen fachlich ein. Mein Ziel ist es, eine fundierte Orientierung in der Welt der Literatur und Philosophie zu bieten. Bei mir zählt die echte Leseerfahrung und die tiefe Auseinandersetzung v.a. mit existenzialistischen Themen.








