Persönliche Buchempfehlungen 2025 von Literaturkritikerin Elke Heidenreich
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Ob im Fernsehen, im Radio oder in ihren Kolumnen – Elke Heidenreich hat sich als eine der wichtigsten Stimmen der deutschen Literaturkritik etabliert.
Auf dieser Seite stelle ich die Bücher vor, die Elke Heidenreich im Jahr 2025 empfiehlt. Die Auswahl basiert auf ihren aktuellen Empfehlungen aus Interviews, Rezensionen und Beiträgen. Dabei geht es nicht um Bestsellerlisten, sondern um echte Leseerlebnisse – sorgfältig ausgewählte Romane, Erzählungen und Sachbücher, die durch Qualität und Inhalt überzeugen.
Wenn Sie auf der Suche nach den aktuellen Buchtipps von Elke Heidenreich sind, finden Sie hier eine verlässliche Übersicht mit Hinweisen zu den jeweiligen Titeln. Lassen Sie sich inspirieren von einer Literaturkennerin, der es gelingt, anspruchsvolle Lektüre ebenso zugänglich zu machen wie unterhaltsame Bücher mit literarischem Wert.
Von Marcel Behling
Die besten Romane 2025 laut Elke Heidenreich
In dieser Liste stelle ich die besten neuen Romane 2025 vor, die Elke Heidenreich in ihren aktuellen Besprechungen besonders hervorgehoben hat – eine inspirierende Auswahl für alle, die auf der Suche nach anspruchsvoller und bewegender Literatur sind.
Tommie Goerz: Im Schnee
Autor: Tommie Goerz, deutscher Schriftsteller
Stiller, berührender Roman über Freundschaft, Erinnerung und den Abschied von einer untergehenden dörflichen Welt.
In "Im Schnee" von Tommie Goerz geht es um Max, einen alten Mann, der in einem abgelegenen Dorf lebt. Als sein lebenslanger Freund Schorsch stirbt, wird Max von Trauer, Erinnerungen und dem Bedürfnis, Abschied zu nehmen, erfüllt. In der winterlichen Stille macht er sich auf den Weg zur Totenwache, wo sich die alten Dorfbewohner versammeln, um Schorsch zu gedenken.
Die Nacht wird zu einer Reise in die Vergangenheit: Die Männer erzählen einander Geschichten aus ihrem langen Leben – von der harten, aber schönen Arbeit auf dem Feld, von geselligen Abenden im Wirtshaus, vom dörflichen Zusammenhalt, aber auch von der Enge, den Zwängen und dem Schweigen, das viele unausgesprochene Dinge umgab. Immer wieder kreisen die Gespräche um Schorsch, seine Rolle im Dorf, seine Eigenheiten und seine Freundschaft mit Max.
Als der Morgen dämmert und Max zurück nach Hause geht, erkennt er, dass diese Welt, dieses einfache, gemeinschaftliche Leben der Alten, für immer vorbei ist. Was bleibt, sind allein die Erinnerungen – lebendig so lange, wie jemand da ist, der sie bewahrt.
Goerz zeichnet ein ruhiges, melancholisches Porträt vom Altwerden, von Freundschaft und vom Verschwinden einer Lebensweise, die in der modernen Welt keinen Platz mehr hat.
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Daniel Glattauer: In einem Zug
Autor: Daniel Glattauer, österreichischer Schriftsteller und Journalist
Pointierter Dialogroman über Liebe, Selbsttäuschung und die Suche nach Nähe während einer Zugfahrt zwischen Wien und München.
In Daniel Glattauers Roman "In einem Zug" trifft der ehemalige Erfolgsautor Eduard Brünhofer auf einer Zugfahrt von Wien nach München zufällig auf Catrin Meyr, eine selbstbewusste Therapeutin, die das Konzept langfristiger Beziehungen für überholt hält. Eigentlich will Brünhofer in Ruhe reisen, doch Catrin beginnt ein intensives Gespräch mit ihm – erst beiläufig, dann zusehends tiefgehender.
Was harmlos beginnt, entwickelt sich bald zu einem rhetorischen Schlagabtausch über Liebe, Partnerschaft und das Scheitern von Beziehungen. Catrin konfrontiert den Schriftsteller nicht nur mit seinen früheren romantischen Büchern, sondern auch mit seinen persönlichen Erlebnissen, insbesondere seiner gescheiterten Ehe mit Gina. Dabei wird Brünhofer gezwungen, sich mit Erinnerungen, Verletzungen und alten Gefühlen auseinanderzusetzen, die er längst verdrängt hatte.
Im Verlauf der Zugfahrt verschwimmen die Grenzen zwischen privatem Gespräch, psychologischer Analyse und literarischer Reflexion. Catrins beharrliches Nachbohren bringt Brünhofer zunehmend aus dem Gleichgewicht – sie stellt seine Ansichten über die Liebe ebenso in Frage wie sein Selbstbild als Mann und Autor.
"In einem Zug" ist ein klug komponierter Dialogroman, der in einem engen Abteil spielt, aber große Fragen verhandelt: über die Dauer der Liebe, das Scheitern von Idealen und den Wunsch nach Nähe in einer oft überanalytischen Welt.
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Jakob Hein: Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste
Autor: Jakob Hein, deutscher Schriftsteller und Arzt
Satirische Komödie über einen DDR-Beamten, dessen verrückter Plan ungeahnte politische Folgen hat.
In Jakob Heins Roman "Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste" steht Grischa im Mittelpunkt – ein stiller, unauffälliger Assistent der Plankommission der DDR. Niemand würde von ihm erwarten, dass er zu politischem Wagemut fähig ist. Doch genau dieser Grischa entwickelt einen außergewöhnlichen Plan, um die klammen Finanzen der DDR zu retten.
Inspiriert von seinem ganz speziellen Filmgeschmack – einer Mischung aus westlichen Drogen-Thrillern und sozialistischen Heldenepen – kommt er auf eine Idee, die ebenso verrückt wie genial ist. Sein Plan entfaltet ungeahnte Wirkung: Zuerst ist es nur sein Chef, der überrascht ist, bald darauf staunt das gesamte Zentralkomitee über Grischas Einfallsreichtum.
Die Folgen sind kurios: Am Grenzübergang Invalidenstraße in Berlin wollen plötzlich Hunderte junge Menschen freiwillig in den Osten übertreten – als wäre dort auf einmal die bessere Welt. Die Szene versetzt den Westberliner Polizeiapparat in Aufruhr. Auch die westdeutsche Regierung wird aufmerksam, denn offenbar passiert da etwas völlig Unerwartetes – der Osten wird auf einmal attraktiv.
Schließlich unterbreitet die DDR dem Westen ein Angebot, das dieser kaum ausschlagen kann. So wird aus einer ungewöhnlichen Idee, die mit ein bisschen Gras beginnt, beinahe ein politisches Wunder – ein absurder, komischer und zugleich scharfsinniger Blick auf ein reales Stück deutsch-deutscher Geschichte: den legendären Milliardenkredit aus dem Westen an die DDR, vermittelt durch Franz Josef Strauß.
Der Roman erzählt diese Begebenheiten als satirische, überdrehte Komödie – mit Grischa als unwahrscheinlich entspanntem Helden im Zentrum eines unglaublichen Plans.
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David Finck: Der Schwindel
Autor: David Finck, deutscher Schriftsteller
Psychologisch dichter Roman über Schuld, Liebe und die langanhaltenden Folgen eines dramatischen Ereignisses.
In David Fincks Roman "Der Schwindel" steht Rasmus B. Freeden im Mittelpunkt – ein Mann, der seit Jahren auf der Flucht ist. Er stammt aus einfachen Verhältnissen in Düsseldorf, wurde von seinem eigenen Bruder verraten und fühlte sich in seiner Familie nie verstanden. Deshalb verlässt er Deutschland und geht in die Bretagne.
Dort trifft er auf Natalie, eine rebellische junge Frau aus einer aristokratischen französischen Familie. Zwischen ihnen entsteht eine leidenschaftliche, intensive Beziehung. Doch was als aufregende Romanze beginnt, nimmt eine dramatische Wendung: Es kommt zu einem folgenschweren Ereignis, bei dem niemand unschuldig bleibt. Natalies Familie gibt Rasmus die Schuld – und jagt ihn seither.
Viele Jahre später ist Rasmus immer noch auf der Flucht. Keiner seiner Zufluchtsorte bleibt lange sicher. Doch nun zwingt ihn die Vergangenheit dazu, sich dem damaligen Geschehen zu stellen: Was ist wirklich passiert? Und wie viel Schuld trägt er? Die Frage nach Gut und Böse wird für ihn dringlicher denn je.
"Der Schwindel" ist ein spannender, psychologisch dichter Roman über Schuld, Erinnerung und die zerstörerische Macht einer verlorenen Liebe.
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Kerstin Holzer: Thomas Mann macht Ferien
Autorin: Kerstin Holzer, deutsche Journalistin und Schriftstellerin
Humorvolle und einfühlsame Erzählung von einem Sommer 1918 am Tegernsee, in dem Familie, Alltag und weltgeschichtlicher Umbruch aufeinanderprallen.
In Kerstin Holzers Roman "Thomas Mann macht Ferien" geht es um einen besonderen Sommer im Jahr 1918, den Thomas Mann mit seiner Familie am Tegernsee verbringt. Sie haben dort ein Haus gemietet, in der Hoffnung auf erholsame, sorglose Monate – während sich um sie herum die Welt in einem tiefgreifenden Umbruch befindet.
Die Kinder genießen die Natur: Sie schwimmen, angeln und streifen durch die Gegend. Thomas Mann rudert, wandert, unternimmt seine erste Bergbesteigung – und beobachtet dabei den Familienhund Bauschan, den er gerade zur Hauptfigur seiner Erzählung "Herr und Hund" macht. Auch seine Frau Katia ist mit dem Alltag beschäftigt, besonders mit dem jüngsten Familienzuwachs.
Doch hinter der scheinbaren Idylle wird der Schriftsteller zunehmend von Sorgen und Zweifeln heimgesucht: Der Erste Weltkrieg neigt sich dem Ende zu, Deutschland steht vor einer Niederlage, die politische Lage wird unübersichtlich und revolutionär. Thomas Mann selbst fühlt sich durch sein jüngst veröffentlichtes Werk "Betrachtungen eines Unpolitischen" in eine Ecke gedrängt – sein konservativer Standpunkt entfremdet ihn sogar seinem Bruder Heinrich.
Auch gesundheitlich und künstlerisch steckt er in einer Krise: Die Arbeit am "Zauberberg" stockt, körperliche Beschwerden setzen ihm zu. Inmitten dieser äußeren und inneren Erschütterungen erlebt er aber auch Momente der Nähe, Wärme und Veränderung.
Der Roman erzählt mit feinem Humor und großer Sympathie vom Spannungsfeld zwischen familiärem Alltag und weltgeschichtlichem Umbruch – und zeigt einen berühmten Autor in einem Moment der Neuorientierung und Selbstsuche.
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Anne Freytag: Blaues Wunder
Autorin: Anne Freytag, deutsche Schriftstellerin
Spannender Roman über verborgene Konflikte, Machtspiele und Geheimnisse auf einer luxuriösen Kreuzfahrt.
In Anne Freytags Roman "Blaues Wunder" beginnt alles mit einer vielversprechenden Einladung: Eine Gruppe von sieben Personen – drei Männer, drei Ehefrauen und ein Jugendlicher – begibt sich auf eine luxuriöse Kreuzfahrt durch die Inselwelt der Philippinen. Organisiert hat die Reise Walter Bronstein, ein mächtiger Chef, der seinen Mitarbeiter Kilian samt Ehefrau Franziska sowie seinen Rivalen Ferdinand und dessen Frau Nora eingeladen hat. Auch Walters Sohn David ist dabei. Was nach einem exklusiven Urlaub klingt, entpuppt sich schnell als Bühne für ein undurchsichtiges Spiel.
Die Stimmung auf der prachtvollen Yacht ist vordergründig harmonisch – es wird gelächelt, charmant geplaudert, alle geben sich weltgewandt, kultiviert und souverän. Doch unter der glatten Oberfläche brodelt es: Spannungen, alte Verletzungen, Beziehungsprobleme und Misstrauen schwelen unter den Beteiligten. Vor allem stellt sich bald die Frage: Was will Walter Bronstein wirklich? Warum bringt er ausgerechnet zwei Männer zusammen, die im Beruf erbitterte Konkurrenten sind? Was soll bei dieser Reise herauskommen?
Während die Figuren sich in ihren Rollen als perfekte Ehepartner und erfolgreiche Menschen inszenieren, wird immer deutlicher, dass hinter der Fassade viel verborgen liegt: unausgesprochene Wünsche, Frustrationen, Enttäuschungen, Machtspiele und Geheimnisse. Niemand ist der, der er vorgibt zu sein – jede Beziehung, jede Geste, jedes Lächeln trägt ein doppeltes Gesicht.
Anne Freytag erzählt eindringlich und scharfsinnig von den feinen Rissen in scheinbar stabilen Beziehungen, von dem, was unausgesprochen bleibt – und davon, wie brüchig unsere Lebensentwürfe sein können, wenn sie plötzlich auf die Probe gestellt werden. Die Reise wird für alle Beteiligten zu einem Wendepunkt.
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Sebastian Haffner: Abschied
Autor: Sebastian Haffner, deutsch-britischer Journalist, Publizist, Historiker und Schriftsteller
Poetischer Roman über Liebe, Jugend und den drohenden Untergang des alten Europas in den frühen 1930er-Jahren.
In Sebastian Haffners Roman "Abschied" reist der junge Deutsche Raimund Anfang der 1930er-Jahre für ein paar Tage aus dem politischen und gesellschaftlichen Druckkessel seiner Heimat nach Paris – in eine Stadt, die ihm wie ein Gegenentwurf erscheint: leicht, frei, weltläufig. Dort begegnet er Teddy, einer schillernden, lebenshungrigen Frau, die Deutschland längst den Rücken gekehrt hat und sich in der Pariser Bohème ein neues Leben aufgebaut hat.
Raimund verliebt sich leidenschaftlich in sie. Doch Teddy ist nicht allein – mehrere Männer umwerben sie, und Raimund steht unter Druck, sich gegen diese charmanten Konkurrenten zu behaupten. Für kurze Zeit taucht er mit Teddy in die Pariser Lebensart ein, versucht jede Minute auszukosten, als könne er damit den Abschied, der unaufhaltsam näher rückt, aufschieben.
Während draußen der europäische Umbruch dämmert und Deutschland auf den Nationalsozialismus zutreibt, verdichtet sich für Raimund in diesen wenigen Tagen ein intensives Lebensgefühl zwischen Lust, Melancholie und Aufbruch. Es ist ein persönlicher wie politischer Abschied – von der Jugend, von einem alten Europa und von einem unbeschwerten Leben, das gerade im Begriff ist zu verschwinden.
"Abschied" ist ein frühgeschriebener, erst postum veröffentlichter Roman Haffners, der mit ironischem Witz, stilistischer Brillanz und feinem Gespür für Zeitgeist und Liebe von einer verlorenen Epoche erzählt – und zugleich den Schmerz eines Einzelnen spiegelt, der mehr festhalten möchte, als es die Zeit erlaubt.
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Callan Wink: Bärenzähne
Originaltitel: Beartooth
Autor: Callan Wink, US-amerikanischer Schriftsteller
Ein berührender Roman über zwei ungleiche Brüder, die im rauen Montana ums Überleben kämpfen – bis ein gefährlicher Auftrag und ein tragisches Unglück alles verändert.
In einer abgelegenen Region Montanas leben die Brüder Thad und Hazen. Bisher haben sie sich mit Arbeiten wie dem Fällen von Bäumen und gelegentlichem illegalem Jagen im Yellowstone-Nationalpark durchgeschlagen. Nach dem Verlust ihres Vaters häufen sich jedoch die unbezahlten Forderungen, das Hausdach lässt Wasser durch, und die kalte Jahreszeit rückt unaufhaltsam näher. Um ihre Lage zu verbessern, müssen Thad und Hazen ihre gewohnten Verhaltensmuster aufgeben – den einen als den disziplinierten und pflichtbewussten Älteren, den anderen als den träumerischen und scheinbar unfähigen Jüngeren. Nur durch diesen Wandel können sie den riskanten und schwierigen Job annehmen, den ihnen ein Bekannter anbietet, und so hoffen, ihre finanziellen Probleme vorerst in den Griff zu bekommen. Doch ein schweres Missgeschick ereignet sich, das nicht nur ihre gewohnte Selbstwahrnehmung zerstört, sondern noch tiefgreifendere Verluste mit sich bringt.
Der Roman erzählt auf spannende und berührende Weise von der Last, Verantwortung für den anderen zu tragen, sowie von der faszinierenden Anziehungskraft und den tödlichen Risiken der ungezähmten Wildnis. Callan Wink schafft eine bleibende Verbindung zwischen zwei sehr unterschiedlichen Geschwistern in einer endlosen, gefährlichen Landschaft.
Für Elke Heidenreich eine deftige Männerstory mit einer guten Darstellung vom Glanz und Elend der USA und ihrer Geschichte.
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Angela Steidele: Ins Dunkel
Autorin: Angela Steidele, deutsche Schriftstellerin
Ein hochpolitischer Roman in Filmform, der in Rückblenden die Beziehungen und Karrieren von Greta Garbo, Marlene Dietrich und Erika Mann beleuchtet.
Im abgedunkelten Saal richten sich alle Blicke auf die Leinwand: Dort begegnen sich 1969 in den Schweizer Bergen Greta Garbo und Erika Mann und lassen gemeinsame Erinnerungen aufleben. Sie sprechen über Marlene Dietrich und die Frau, die beide liebten. Über jene Zeit, als ein bestimmter Film die Stimmung der Ära perfekt traf und die deutsche Filmindustrie nicht nur Hollywood, sondern ganz Amerika in Aufruhr versetzte. Über Erika Manns mutiges, antifaschistisches Kabarett "Die Pfeffermühle", während Europa und die Welt immer tiefer in finstere Zeiten abstürzten. Über die strenge Zensur, die nach 1933 auch in den Vereinigten Staaten Einzug hielt. Und nicht zuletzt über die Frage, wie eng Greta Garbo und Marlene Dietrich privat wirklich verbunden waren, wer von beiden auf der Leinwand und im echten Leben mutiger und freier agierte.
Der Roman vereint Elemente einer rasanten Screwball-Komödie, eines bewegenden Melodrams, einer klassischen Tragödie und einer leidenschaftlichen Romanze zu einem einzigen Werk – er liest sich wie ein opulenter, glamouröser und zugleich hochpolitischer Film. In geschickt verschachtelten Rückblenden und mit präzisem Rhythmus beleuchtet er die komplexen Verflechtungen von Literatur, Kinematografie und politischer Macht in einer Epoche, in der die Realität selbst zunehmend inszeniert und manipuliert wurde.
Für Elke Heidenreich eine großartige Erzählung voller Intrigen, Liebe, Leidenschaft, Neid, Bosheit und Sehnsucht.
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Yuko Kuhn: Onigiri
Autorin: Yuko Kuhn, deutsch-japanische Schriftstellerin
Berührender Roman über Aki, die ihre demenzkranke Mutter nach Japan begleitet und dabei die lebensfrohe Vergangenheit ihrer Familie zwischen zwei Kulturen entdeckt.
Nach dem Tod ihrer Großmutter entscheidet sich Aki dafür, ihre an Demenz erkrankte Mutter Keiko ein letztes Mal nach Japan zu begleiten und sie zur verbliebenen Familie zu bringen – obwohl sie genau weiß, wie belastend eine solche Veränderung der vertrauten Umgebung für eine demenzkranke Person sein kann. Tatsächlich wirkt Keiko in der ersten Nacht im Hotel völlig orientierungslos und hilflos wie nie zuvor. Doch als sie später im alten Familienhaus gemeinsam essen, erwacht die sonst so schweigsame Mutter plötzlich zu unerwarteter Lebendigkeit: Sie redet klar, heiter und selbstbewusst. Auf dieser Reise entdeckt Aki erst richtig, welche starke, abenteuerlustige und lebensbejahende Persönlichkeit ihre Mutter früher war, bevor in Deutschland eine tiefe, für Aki beängstigende Erschöpfung und Resignation von ihr Besitz ergriff. Mit sensibler Präzision entfaltet Yuko Kuhn die berührende Geschichte einer deutsch-japanischen Familie, die zwischen zwei Kulturen den Halt verliert und zugleich einen neuen Weg zueinander findet.
Für Elke Heidenreich ein zartes und sehr schönes Buch mit großer Sogwirkung.
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Die besten Krimis 2025 laut Elke Heidenreich
In dieser Liste finden Sie die besten Neuerscheinungen 2025 aus dem Spannungsgenre, die Heidenreich in ihren aktuellen Buchbesprechungen besonders hervorgehoben hat – handverlesene Empfehlungen für alle, die kluge, fesselnde Lektüre suchen.
Joël Dicker: Ein ungezähmtes Tier
Originaltitel: Un animal sauvage
Autor: Joël Dicker, französischsprachiger Schweizer Schriftsteller
Spannungsgeladener Thriller über Lügen, Verrat und dunkle Geheimnisse hinter einer makellosen Fassade.
Im Thriller "Ein ungezähmtes Tier" von Joël Dicker eskaliert innerhalb weniger Tage ein Geflecht aus Lügen, Verrat und Verbrechen. Am 2. Juli 2022 steht in Genf ein scheinbar gewöhnlicher Juwelenraub bevor – doch schnell zeigt sich: Der Überfall ist Teil eines viel größeren Plans mit persönlichen Motiven.
Nur wenige Tage zuvor bereitet Sophie Braun, wohlhabend und angesehen, ihren 40. Geburtstag vor. Sie lebt mit ihrer Familie in einer prachtvollen Villa am Genfer See und scheint das perfekte Leben zu führen. Doch hinter der eleganten Fassade beginnen die Risse sichtbar zu werden: Ihr Ehemann ist in dubiose, womöglich kriminelle Geschäfte verwickelt. Ein Nachbar, der als unbescholtener Polizist gilt, beobachtet und überwacht Sophies Privatleben auf beunruhigende Weise. Und schließlich erhält sie ein rätselhaftes Geschenk eines Fremden, das ihr Weltbild erschüttert.
Während die Tage bis zum Juwelenraub herunterzählen, werden dunkle Geheimnisse aufgedeckt: über die Ehe der Brauns, über ihre Vergangenheit – und über die Menschen in ihrem Umfeld. Am Ende verbindet sich alles mit dem Überfall, der weit mehr ist als nur ein Verbrechen: Er bringt eine Wahrheit ans Licht, die kaum jemand ertragen kann.
Dicker erzählt mit hoher Spannung und psychologischem Gespür eine Geschichte über Schein und Sein, über Macht, Kontrolle – und darüber, wie wenig wir manchmal über die Menschen wissen, mit denen wir leben.
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Die besten Sachbücher und Ratgeber 2025 laut Elke Heidenreich
In dieser kleinen Auswahl versammeln sich die Sachbücher und Ratgeber, die Elke Heidenreich 2025 besonders überzeugt haben – kluge, gut geschriebene Bücher, die neugierig machen, zum Nachdenken anregen und zeigen, wie spannend fundiertes und hilfreiches Wissen erzählt werden kann.
Axel Hacke: Wie fühlst du dich? - Über unser Innenleben in Zeiten wie diesen
Autor: Axel Hacke, deutscher Journalist und Schriftsteller
Hilfreicher Ratgeber, der zeigt, wie bewusster Umgang mit Gefühlen wie Angst, Wut und Hoffnung emotionale Autonomie stärkt und in Krisenzeiten Resilienz schafft.
In der heutigen Zeit stellt die Frage "Wie fühlst du dich?" eine zentrale und wegweisende Herausforderung dar. Um sie ehrlich zu beantworten, muss man in der Lage sein, eigene Emotionen wahrzunehmen, sie bewusst zu betrachten und darüber zu sprechen. Das Buch beleuchtet vor allem die enge Verknüpfung zwischen Emotionen und rationalem Denken, die nicht einfach voneinander zu lösen ist. Im Kern geht es jedoch um persönliche Unabhängigkeit und die Kraft, sich zur Wehr zu setzen gegen all jene, die versuchen, uns durch Manipulation unserer Empfindungen zu lenken und zu beherrschen. Wir sollten unsere Emotionen nicht denen überlassen, die sie missbrauchen, sondern stattdessen selbst aktiv nach innen schauen.
Wie können wir mit der allgegenwärtigen Angst umgehen, die so viele Menschen belastet? Welche Rolle spielt das Bedürfnis nach Nähe und Zugehörigkeit zu anderen Menschen, das wir alle verspüren? Wie lassen sich Empfindungen von Ohnmacht oder Zorn bewältigen? Ist es erlaubt, Hass zu empfinden oder andere zu verurteilen? Und wie steht es um positive Seiten wie die pure Freude am Leben oder das Erleben von Glück? Woher schöpfen wir neue Zuversicht? Zusammengefasst: Auf welche Weise hilft uns das tiefe Verständnis unserer inneren Welt dabei, in schwierigen Zeiten standhaft zu bleiben und nicht unterzugehen?
Laut Elke Heidenreich ist Axel Hacke immer gut, aber im Falle dieses Buches noch einmal besser als nur gut.
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Judi Dench: Shakespeare - Der Mann, der die Miete zahlt
Originaltitel: Shakespeare - The Man Who Pays The Rent
Autorin: Judi Dench, britische Schauspielerin
Humorvolle und leidenschaftliche Einblicke in die jahrzehntelangen Shakespeare-Erfahrungen der Schauspielerin Judi Dench.
Keine andere Darstellerin beherrscht die Werke William Shakespeares so umfassend wie Judi Dench, die seit über siebzig Jahren auf Theaterbühnen aktiv ist und lange zur Royal Shakespeare Company gehörte. In einem lebendigen Dialog mit Brendan O’Hea berichtet sie humorvoll und mit großer Leidenschaft für die Dichtkunst von ihren zahlreichen Bühnenabenteuern. Dabei gewährt sie tiefe Einblicke in die faszinierende Magie der Shakespeare’schen Universen, enthüllt verborgene Aspekte des Theateralltags und beleuchtet auch die alltäglichen Herausforderungen des Schauspielerberufs. Das Ergebnis ist ein ebenso bereicherndes wie unterhaltsames Werk, das Leserinnen und Leser nicht nur viel Wissenswertes lehrt, sondern ihnen gleichzeitig das Gefühl vermittelt, einer der beeindruckendsten Persönlichkeiten des zeitgenössischen Schauspiels ganz persönlich nahe zu kommen.
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