Die 10 besten Bücher 2025 und der letzten Jahre laut "New York Times"
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Die unter Literaturfans vielbeachtete "New York Times Book Review" hat in ihrer Jahres-Bestenliste die 10 lesenswertesten Bücher 2025 vorgestellt. Sie basiert auf ihrer im Laufe des Jahres zusammengestellten und umfassenderen Liste "100 Notable Books of 2025", aus der die Literaturexperten nun die absoluten Top 10 gewählt haben. Mit "Lichtspiel" von Daniel Kehlmann steht erstmals seit vielen Jahren auch ein deutschsprachiger Roman auf der Liste der zehn besten Bücher der New York Times.
Die stets am Jahresende erscheinende NYT-Bestenliste dient vielen Lesern und Buchhändlern als Quelle sehr interessanter Kaufempfehlungen. Vielleicht ist ja auch etwas für Sie dabei?
Von Marcel Behling
Die Top-10-Bücher 2025 laut "New York Times"
Daniel Kraus: Angel Down
Autor: Daniel Kraus, US-amerikanischer Schriftsteller
Ein düsterer Horrorroman, der den Ersten Weltkrieg mit einer übernatürlichen Begegnung verknüpft und zeigt, wie Gier und Misstrauen selbst ein mögliches Wunder zerstören.
Der Roman "Angel Down" von Daniel Kraus verbindet Kriegsroman und Horrorliteratur zu einer düsteren, filmisch erzählten Geschichte, die im Ersten Weltkrieg spielt. Im Zentrum steht der britische Soldat Cyril Bagger, ein Überlebenskünstler, der sich mit List, Betrug und moralischer Flexibilität durch den brutalen Alltag an der Front schlägt.
Als er gemeinsam mit vier weiteren Soldaten den Auftrag erhält, sich ins lebensgefährliche Niemandsland zu begeben, um einen schwer verwundeten Kameraden zu töten, scheint dies zunächst nur eine weitere grausame Pflicht in einem ohnehin entmenschlichten Krieg zu sein. Doch am Ziel ihrer Mission stoßen die Männer nicht auf einen sterbenden Soldaten, sondern auf ein rätselhaftes Wesen: einen gefallenen Engel, offenbar durch Artilleriebeschuss aus dem Himmel gerissen.
Die Existenz dieses übernatürlichen Wesens eröffnet die Möglichkeit, den Verlauf des Krieges zu verändern. Gleichzeitig bringt sie jedoch die dunklen Seiten der Beteiligten ans Licht. Misstrauen, Habgier und Neid gewinnen die Oberhand und untergraben jede Form von Zusammenhalt. Statt Hoffnung entsteht ein gefährlicher Konflikt, der die Männer zunehmend in den Abgrund treibt.
"Angel Down" erzählt vielstimmig von Überleben und Verfall, von Glauben und Eigennutz und davon, wie dünn die Grenze zwischen Erlösung und Verdammnis ist – selbst angesichts eines Wunders.
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Daniel Kehlmann: Lichtspiel
Autor: Daniel Kehlmann, deutsch-österreichischer Schriftsteller
Erzählung über den moralischen Abstieg eines gefeierten Filmregisseurs, der im Nationalsozialismus zwischen künstlerischem Anspruch und politischer Verstrickung gefangen ist.
In seinem Roman "Lichtspiel" erzählt Daniel Kehlmann die Geschichte eines berühmten Filmregisseurs, der in den politischen Umbrüchen der 1930er-Jahre zwischen künstlerischem Anspruch und moralischer Verantwortung zerrieben wird. Der international gefeierte Regisseur G. W. Pabst verlässt nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten den deutschsprachigen Raum und sucht zunächst Zuflucht in Frankreich, später in den USA. In Hollywood jedoch verliert er seinen Einfluss und seine Bedeutung, selbst frühere Erfolge und prominente Kontakte können ihm nicht mehr helfen.
Schließlich kehrt Pabst – scheinbar wider Willen – nach Europa zurück, in ein Österreich, das längst Teil des nationalsozialistischen Herrschaftsgebiets geworden ist. Dort wird er zunehmend mit der Brutalität und Unmenschlichkeit des Regimes konfrontiert. Gleichzeitig gerät er ins Visier der politischen Machthaber in Berlin, die seine künstlerische Begabung für ihre Zwecke nutzen wollen und ihn mit Anerkennung und Privilegien umwerben.
Pabst ist überzeugt, sich seine künstlerische Unabhängigkeit bewahren zu können, doch Schritt für Schritt verstrickt er sich in ein System, dem man sich kaum entziehen kann, ohne einen Preis zu zahlen. "Lichtspiel" ist ein Roman über die Verführbarkeit von Künstlern, über Macht und Opportunismus und über die Frage, wie leicht moralische Grenzen im Schatten einer Diktatur verschwimmen.
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Kiran Desai: Die Einsamkeit von Sonia und Sunny
Originaltitel: The Loneliness of Sonia and Sunny
Autorin: Kiran Desai, indische Schriftstellerin
Bewegende Erzählung rund um Liebe, Familie und kulturellen Zwiespalt zwischen Indien und den USA.
In Kiran Desais neuem Roman entfaltet sich eine bewegende Familiengeschichte, die zwischen Indien und den USA spielt. Sonia studiert Literatur in den verschneiten Bergen von Vermont, während Sunny als Journalist in New York auf eine vielversprechende Karriere hofft. Als sich die beiden in Indien wiedersehen, spüren sie sofort eine besondere Verbindung – doch bald erkennen sie, dass ihre Großeltern einst eine Heirat zwischen ihnen geplant hatten.
Mitten in den Turbulenzen ihrer Familiengeschichte, zwischen den Erwartungen der Tradition und den Möglichkeiten der modernen Welt, verlieren sie sich zunächst aus den Augen. Doch auch Jahre später bleibt die Sehnsucht nach gemeinsamem Glück bestehen.
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Jonas Hassen Khemiri: Die Schwestern
Originaltitel: Systrarna
Autor: Jonas Hassen Khemiri, schwedischer Schriftsteller
Roman, der über Jahrzehnte hinweg von drei Schwestern, Erinnerung, Herkunft und der Vergänglichkeit des Lebens erzählt.
Jonas Hassen Khemiri erzählt in diesem Roman eine vielschichtige Geschichte über drei Schwestern und einen Mann namens Jonas, dessen Leben auf besondere Weise mit dem ihren verbunden ist. Als Ina, Evelyn und Anastasia in seine Nähe ziehen, geraten sie sofort in den Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit. Die drei sehr unterschiedlichen Schwestern – ernsthaft, träumerisch und unberechenbar – ziehen ihn in ihren Bann, zumal ihre Herkunft von Geheimnissen geprägt ist und ihre Familiengeschichte unerwartete Verbindungen zu seiner eigenen offenbart.
Über mehrere Jahrzehnte hinweg begegnen sich ihre Wege immer wieder an verschiedenen Orten der Welt, von Schweden über Tunesien bis in die USA. Sie erleben Liebe, Verlust und persönliche Krisen und werden von Erinnerungen und der Vergangenheit eingeholt. Im Kern erzählt der Roman von Zugehörigkeit, Zeit und der schmerzhaften Erkenntnis, dass nichts von dem, was man liebt, von Dauer ist.
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Charlotte Wood: Tage mit mir
Originaltitel: Stone Yard Devotional
Autorin: Charlotte Wood, australische Schriftstellerin
Roman über eine Frau, die im Rückzug ins Kloster über Leben, Liebe und Selbstfindung nachdenkt.
Eine Frau mittleren Alters aus Sydney zieht sich in ein abgelegenes Kloster in den Monaro Plains zurück, ohne religiösen Glauben oder Gebetserfahrung. Ursprünglich eher zufällig gewählt, bleibt sie länger als geplant und nutzt die Zeit, um Abstand vom hektischen Stadtleben zu gewinnen. In der stillen und ungewöhnlichen Umgebung setzt sie sich mit zentralen Fragen ihres Lebens auseinander: über Vergangenheit, Liebe, Krankheit und Tod, das Älterwerden, Freundschaft und darüber, was es bedeuten könnte, ein gutes Leben zu führen. Die Erfahrung eröffnet ihr neue Einsichten, fern von religiösen oder esoterischen Vorstellungen und frei von äußeren Dramen.
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Sophie Elmhirst: Maurice und Maralyn
Originaltitel: Maurice and Maralyn
Autorin: Sophie Elmhirst, britische Journalistin und Schriftstellerin
Roman über das wahre Abenteuer von Maurice und Maralyn Bailey, die 118 Tage nach einem Bootsunglück im Pazifik ums Überleben kämpften.
Maurice und Maralyn Bailey leben in den 1960er-Jahren ein gewöhnliches Vorstadtleben in England, bis sie alles verkaufen und sich auf eine Weltumsegelung begeben – von Südengland bis Neuseeland. Zunächst genießen sie das Leben als Aussteiger, feiern Weihnachten in der Karibik und knüpfen neue Kontakte. Doch auf dem Weg zu den Galapagos-Inseln rammt ein Wal ihr Boot, das undicht wird, und sie müssen auf ein Rettungsboot ausweichen, das nur Vorräte für wenige Wochen enthält. So beginnt eine 118 Tage dauernde Überlebensodyssee, in der sie Stürmen, Hunger, Durst, Krankheit, Hitze und Kälte trotzen und gleichzeitig intensive Momente in der Natur erleben. Die britische Journalistin Sophie Elmhirst hat diese lange vergessene Geschichte wiederbelebt und erzählt von Freiheit, Überlebenswillen, Liebe, Abhängigkeit und menschlicher Ausdauer.
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Kevin Sack: Mother Emanuel
Autor: Kevin Sack, amerikanischer Journalist und Publizist
Roman über die Geschichte der "Emanuel AME Church" in Charleston und darüber, wie ihre Gemeinde trotz Gewalt, Rassismus und Tragödien Glauben, Vergebung und Widerstandskraft bewahrte.
"Mother Emanuel" erzählt die Geschichte der Emanuel African Methodist Episcopal Church in Charleston, South Carolina, die 2015 weltweite Aufmerksamkeit erregte, als ein weißer Extremist während einer Bibelstunde neun Menschen ermordete, darunter den Pastor der Gemeinde. Der Angriff zielte darauf ab, Rassenkonflikte zu entfachen, doch die Angehörigen reagierten mit bemerkenswerter Vergebung.
Kevin Sack nutzt diesen tragischen Moment, um die lange Geschichte der Kirche und ihrer Gemeinde zu beleuchten: von der Gründung der ersten afroamerikanischen Methodistengemeinde im Süden 1817, über die Zeit der Sklaverei, den Bürgerkrieg und die Reconstruction, bis hin zur Rolle der Gemeinde in der Bürgerrechtsbewegung. Das Buch zeigt, wie afrikanisch-amerikanische Methodisten trotz jahrhundertelanger Unterdrückung, Gewalt und Diskriminierung ihre Religion als Mittel der Widerstandskraft, der Gemeinschaft und der Vergebung entwickelten.
Im Kern ist "Mother Emanuel" eine Geschichte über Ausdauer und Glauben – nicht nur einer Gemeinde, sondern eines ganzen Volkes, das Jahrhunderte der Unterdrückung überstand und eine einzigartige Form von Spiritualität und Zusammenhalt entwickelte.
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Arundhati Roy: Meine Zuflucht und mein Sturm
Originaltitel: Mother Mary Comes to Me
Autorin: Arundhati Roy, indische Schriftstellerin, politische Aktivistin und Globalisierungskritikerin
Eine autobiografische Erzählung, in der Arundhati Roy persönliche Kindheitserinnerungen mit ihrem politischen Erwachen und der gesellschaftlichen Realität Indiens verbindet.
Der autobiografische Roman "Meine Zuflucht und mein Sturm" zeichnet ein eindringliches Porträt von Arundhati Roys Leben zwischen persönlicher Prägung und politischem Erwachen. Ausgehend vom Tod ihrer Mutter blickt die Autorin auf ihre Kindheit und Jugend zurück und erzählt von einer intensiven, konfliktreichen Mutter-Tochter-Beziehung, von familiärer Gewalt und von dem engen Zusammenhalt unter Geschwistern. Gleichzeitig schildert sie, wie früh Widerstand, Unabhängigkeit und politisches Denken Teil ihres Lebens wurden. Das Buch verbindet private Erinnerungen mit einem Blick auf die gesellschaftlichen Realitäten Indiens und zeigt den Weg einer jungen Frau, die sich aus einengenden Strukturen befreit und zu einer kompromisslosen, weltweit gehörten Stimme wird. Es ist ein persönlicher, schonungsloser und zugleich sensibler Text über Herkunft, Aufbruch und den Preis von Freiheit.
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Brian Goldstone: There Is No Place for Us
Autor: Brian Goldstone, US‑amerikanischer Journalist, Publizist und promovierter Anthropologe
Aufrüttelndes Buch, das anhand realer Familiengeschichten zeigt, wie steigende Mieten und soziale Ungleichheit in US-Großstädten selbst berufstätige Menschen in die Obdachlosigkeit treiben.
In "There Is No Place for Us" untersucht der Journalist Brian Goldstone eine beunruhigende Entwicklung in den USA: Immer mehr Menschen verlieren trotz fester Arbeit ihr Zuhause. Anhand der Lebensgeschichten von fünf Familien in Atlanta zeigt er, wie steigende Mieten, stagnierende Löhne und fehlender Mieterschutz dazu führen, dass selbst Vollzeitbeschäftigte in die Wohnungslosigkeit abrutschen. Die Betroffenen arbeiten in Krankenhäusern, Lagerhallen oder im Dienstleistungssektor, kümmern sich um ihre Kinder und verfolgen Zukunftspläne – und müssen dennoch in Autos oder billigen Hotels übernachten. Goldstone verbindet intensive Recherche mit eindringlichen Porträts und macht sichtbar, was in offiziellen Statistiken oft verborgen bleibt: eine strukturelle Krise, die nicht aus wirtschaftlichem Niedergang, sondern aus Wachstum, Gentrifizierung und sozialer Ungleichheit entsteht. Das Buch ist eine eindrucksvolle Reportage über die menschlichen Folgen der amerikanischen Wohnungskrise und ein Plädoyer dafür, Wohnen als grundlegendes Recht zu begreifen.
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Sue Prideaux: Wild Thing
Autorin: Sue Prideaux, norwegisch-britische Schriftstellerin
Erzählung des bewegten Lebens und der künstlerischen Entwicklung des Malers Paul Gauguin von Paris bis nach Französisch-Polynesien.
"Wild Thing" von Sue Prideaux beleuchtet das faszinierende und oft widersprüchliche Leben des Malers Paul Gauguin jenseits seines Ruhms als postimpressionistischer Künstler. Das Buch schildert, wie Gauguin nach einer Karriere als Börsenmakler und dem finanziellen Zusammenbruch von 1882 verschiedene Jobs annahm – vom Planengeschäft in Kopenhagen bis zum Kanalbau in Panama – und gleichzeitig seine künstlerische Vision verfolgte. Prideaux zeichnet seinen Werdegang von einer privilegierten Kindheit in Peru über seine rebellische Jugend in Frankreich bis zu prägenden Begegnungen mit Persönlichkeiten wie Vincent van Gogh und August Strindberg nach. Zentral ist auch seine lebenslange Faszination für Französisch-Polynesien. Mit vielen neuen Quellen und Einsichten aus der Familie Gauguins bietet die Biografie einen frischen, nuancierten Blick auf den Künstler, seine Kreativität, seine Fehler und sein künstlerisches Genie.
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Meine eigenen Top-10-Buchtipps dieses Jahres finden Sie in der Liste der 10 besten Bücher 2025.
Die Top-10-Bücher 2024 laut "New York Times"
Miranda July: Auf allen vieren
Originaltitel: All Fours
Autorin: Miranda July, US-amerikanische Schriftstellerin, Performancekünstlerin, Regisseurin, Schauspielerin und Musikerin
In Miranda Julys Roman "Auf allen vieren" begibt sich eine Künstlerin anlässlich ihres 45. Geburtstags auf einen Roadtrip, um sich selbst neu zu entdecken. Doch anstatt bis New York zu fahren, bleibt sie schon kurz nach dem Start hängen – fasziniert von einem Mann, der an einer Tankstelle arbeitet. In einem absurden, zugleich zärtlichen Szenario entfaltet sich ein überraschender Roman über weibliche Identität, Begehren und die Flucht aus dem Erwartbaren.
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Dolly Alderton: Am Ende ist es ein Anfang
Originaltitel: Good Material
Autorin: Dolly Alderton, britische Schriftstellerin, Journalistin und Podcasterin
In "Am Ende ist es ein Anfang" erzählt Dolly Alderton von Andy, einem 35-jährigen Mann, der nach einer gescheiterten Beziehung und einer stagnierenden Comedy-Karriere orientierungslos durchs Leben treibt. Während er mit Einsamkeit, Selbstzweifeln und dem Gefühl des Zurückbleibens kämpft, wird ihm klar, dass er die Vergangenheit nur hinter sich lassen kann, wenn er auch die Perspektive seiner Ex-Partnerin versteht. Mit Witz und Empathie schildert der Roman den schmerzhaften, aber heilsamen Prozess des Erwachsenwerdens und der emotionalen Reifung.
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Percival Everett: James
Autor: Percival Everett, US-amerikanischer Schriftsteller und Professor für Englisch
In "James" erzählt Percival Everett die Geschichte von Jim, der im Klassiker "Huckleberry Finn" als Nebenfigur bekannt ist, nun aber als intelligenter Schwarzer im rassistischen Amerika des 19. Jahrhunderts im Mittelpunkt steht. Um sich vor der Versklavung zu retten, flieht er mit Huck auf dem Mississippi und muss dabei ständig seine wahre Identität verbergen, um zu überleben. Everett schafft mit diesem Roman eine radikale, kluge und provokante Neudeutung von "Huckleberry Finn" – und stellt die Frage, wie wir Klassiker heute lesen sollten.
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Kaveh Akbar: Märtyrer!
Originaltitel: Martyr!
Autor: Kaveh Akbar, US-amerikanischer Dichter und Schriftsteller mit iranischen Wurzeln
In "Märtyrer!" begleitet Kaveh Akbar den jungen Dichter Cyrus Shams, der zwischen Drogen, Selbstzweifeln und der Suche nach Sinn mit seiner Identität und der traumatischen Geschichte seiner Familie ringt. Der frühe Tod seiner Mutter bei einem Flugzeugabschuss überschattet sein Leben und treibt ihn dazu, sich mit Märtyrertum, Herkunft und der Frage nach einem erfüllten Dasein auseinanderzusetzen. Der Roman ist eine sprachgewaltige, bewegende Reise durch Verlust, Glaube, Liebe und die heilende Kraft von Kunst und Erinnerung.
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Álvaro Enrigue: Von Königreichen hast du geträumt
Originaltitel: You Dreamed of Empires
Autor: Álvaro Enrigue, mexikanischer Schriftsteller
In "Von Königreichen hast du geträumt" erzählt Álvaro Enrigue eine alternative Version der ersten Begegnung zwischen dem spanischen Eroberer Hernán Cortés und dem Aztekenherrscher Moctezuma im Jahr 1519. Zwei völlig unterschiedliche Welten prallen aufeinander – mit Missverständnissen, gegenseitiger Geringschätzung und kulturellen Irritationen, etwa über Pferde und Schokolade. Der Roman entfaltet ein spannendes Gedankenspiel darüber, wie dieser Schlüsselmoment der Weltgeschichte auch anders hätte verlaufen können.
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József Debreczeni: Kaltes Krematorium
Originaltitel: Cold Crematorium
Autor: József Debreczeni, ungarischer Journalist und Schriftsteller
In "Kaltes Krematorium" schildert der ungarische Journalist und Holocaust-Überlebende József Debreczeni seine Erfahrungen in Auschwitz und anderen Konzentrationslagern mit literarischer Präzision, bitterem Humor und schonungsloser Klarheit. Der kurz nach Kriegsende verfasste Bericht bringt das Grauen der Lager eindrucksvoll nah und verleiht den dort leidenden Menschen eine eindrucksvolle Stimme. Nach über 70 Jahren wiederentdeckt, gilt dieses Werk heute als ein erschütterndes Meisterstück der Holocaust-Literatur.
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Jonathan Blitzer: Everyone Who Is Gone Is Here
Autor: Jonathan Blitzer, US-amerikanischer Journalist und Schriftsteller
In "Everyone Who Is Gone Is Here" zeichnet Jonathan Blitzer die komplexe Geschichte der amerikanischen Einwanderungskrise nach – von den Bürgerkriegen in Mittelamerika über das US-Gefängnissystem bis hin zur restriktiven Migrationspolitik der Trump-Ära. Mit eindringlicher Reportage schildert er das Leid, die Hoffnung und die Widerstandskraft jener Menschen, die zwischen Gewalt, Flucht und Grenzpolitik gefangen sind. Das Buch ist weit mehr als eine Analyse – es ist eine bewegende Erkundung der Frage, wer wir als Gesellschaft sein wollen.
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Lucy Sante: I Heard Her Call My Name
Autorin: Lucy Sante, belgisch-amerikanische Schriftstellerin, Kritikerin und Künstlerin
In "I Heard Her Call My Name" erzählt Lucy Sante von ihrem lebenslangen Gefühl des Fremdseins – als belgische Einwanderin, als Teil der New Yorker Boheme und schließlich als Frau in einem männlichen Körper. Erst spät im Leben konfrontiert sie ihre wahre Identität und beginnt ihre Transition, die ihr Leben endlich vollständig macht. Mit großer Offenheit, Witz und Feingefühl reflektiert sie über Geschlecht, Zugehörigkeit und das tiefe menschliche Bedürfnis, man selbst sein zu dürfen.
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Max Boot: Reagan
Autor: Max Boot, US-amerikanischer Historiker, Bestseller-Publizist, Kolumnist und Experte für Außenpolitik
In der umfassenden Biografie „Reagan: His Life and Legend“ zeichnet Max Boot ein vielschichtiges Bild des 40. US-Präsidenten, das über die Hollywood-Mythen hinausgeht und sowohl seine politischen Erfolge als auch seine Schwächen offenlegt. Boot zeigt Reagan als pragmatischen Politiker und begnadeten Kommunikator, der trotz ideologischer Haltung mit Gegnern zusammenarbeitete und die USA nach Krisen wie Vietnam und Watergate wieder aufrichtete. Gleichzeitig beleuchtet das Buch kritisch Reagans Haltung zu Bürgerrechten, sein Versäumnis im Umgang mit der AIDS-Epidemie und die wachsende soziale Ungleichheit während seiner Amtszeit.
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Hampton Sides: The Wide Wide Sea
Autor: Hampton Sides, US-amerikanischer Historiker und Journalist
In „The Wide Wide Sea“ erzählt Hampton Sides packend und detailreich von Captain James Cooks letzter Expedition, die 1776 begann und in seinem Tod auf Hawaii endete. Neben der offiziellen Mission, einen Tahitianer zurückzubringen, verfolgte Cook geheime Aufträge zur Entdeckung der Nordwestpassage und zur Erweiterung des Britischen Reiches. Das Buch verbindet ein spannendes Abenteuer mit einer kritischen Reflexion über die Auswirkungen des Zeitalters der Entdeckungen.
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Meine eigenen Top-10-Buchtipps des letzten Jahres finden Sie in der Liste der 10 besten Bücher 2024.








