Die 100 besten Romane aller Zeiten - laut "The Guardian"
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Zuletzt aktualisiert am 29. Juni 2026 • Von Marcel Behling
Welches sind die bedeutendsten Romane der Literaturgeschichte? Die britische Tageszeitung The Guardian hat eine fundamentale Bestenliste veröffentlicht. Basis dafür war eine groß angelegte Umfrage unter mehr als 170 internationalen Literatinnen, Autoren, Kritikerinnen und Literaturwissenschaftlern (darunter prominente Stimmen wie Stephen King, Ian McEwan und Siri Hustvedt). Jedes Jurymitglied reichte dafür eine persönliche Top 10 ein.
Das Auswahlkriterium: Die Liste konzentriert sich auf Romane, die in englischer Sprache erschienen sind (Originale sowie herausragende Übersetzungen).
Die Spitzenreiterin: Platz 1 belegt George Eliots Meisterwerk "Middlemarch" (1871).
Die meistgewählten Stimmen: Die am häufigsten vertretene Autorin ist Virginia Woolf mit fünf Werken, gefolgt von Jane Austen und Charles Dickens mit jeweils vier Romanen.
Deutschsprachige Erfolge: Trotz des Fokus auf den englischsprachigen Raum haben es sieben Werke deutschsprachiger Autoren über ihre Übersetzungen auf die Liste geschafft – darunter Franz Kafka ("Der Prozess", "Die Verwandlung"), Thomas Mann ("Der Zauberberg", "Buddenbrooks") und W. G. Sebald ("Die Ringe des Saturn" und "Austerlitz").
Historische Bandbreite: Das älteste Werk ist Miguel de Cervantes' "Don Quijote" (1605/1615), das jüngste ist "Die Vegetarierin" (2007) der Nobelpreisträgerin Han Kang.
Ein positiver Trend: Der Anteil von Autorinnen wächst stetig. Mit 36 von 100 Werken sind Frauen auf der aktuellen Liste so stark vertreten wie nie zuvor (2015 waren es noch 21, im Jahr 2003 nur 16).
Hinweis zur Methodik: Jede Bestenliste ist subjektiv. Kritiker merken an, dass durch den Fokus auf den englischsprachigen Buchmarkt weltweit viele Klassiker unberücksichtigt blieben (z. B. fehlen Mark Twain oder Leo Tolstois russische Zeitgenossen wie Turgenjew). Zudem nimmt es die Liste mit der Gattung "Roman" nicht ganz streng und führt auch berühmte Novellen wie Kafkas "Die Verwandlung" oder Henry James’ "Die Drehung der Schraube".
Hier nun das Ranking:
Die Guardian-Liste der 100 besten Romane aller Zeiten
1. George Eliot: Middlemarch (1871)
Ein tiefgründiges Gesellschaftsporträt einer englischen Provinzstadt, das die verflochtenen Lebenswege, Liebeswirren und enttäuschten Ideale ihrer Bewohner seziert.2. Toni Morrison: Menschenkind (1987)
Eine traumatisierte ehemalige Sklavin wird in der Nachkriegszeit von den schmerzhaften Erinnerungen und dem wortwörtlichen Geist ihrer Tochter heimgesucht.3. James Joyce: Ulysses (1922)
Ein einziger Tag im Leben dreier Menschen in Dublin, erzählt in einem virtuosen, stilistisch revolutionären inneren Monolog.4. Virginia Woolf: Zum Leuchtturm (1927)
Anhand eines geplanten Familienausflugs spiegelt dieses feinsinnige Werk die inneren Monologe, das Vergehen der Zeit und den Wandel familiärer Beziehungen.5. Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (1913-1927)
Ein Erzähler erinnert sich durch unwillkürliche Erinnerung an sein Leben und erkundet dabei die Natur von Zeit, Liebe und Kunst.6. Leo Tolstoi: Anna Karenina (1878)
Die tragische Liebesgeschichte einer verheirateten Aristokratin, die für eine leidenschaftliche Affäre mit einem Grafen gesellschaftlich und psychisch zugrunde geht.7. Leo Tolstoi: Krieg und Frieden (1869)
Ein gewaltiges historisches Epos, das das Schicksal fünf russischer Adelsfamilien vor dem Hintergrund der napoleonischen Kriege meisterhaft verwebt.8. Charlotte Brontë: Jane Eyre (1847)
Eine willensstarke, mittellose Gouvernante kämpft um ihre Unabhängigkeit und verliebt sich in ihren düsteren Arbeitgeber, der ein dunkles Geheimnis hütet.9. Jane Austen: Stolz und Vorurteil (1813)
Die schlagfertige Elizabeth Bennet und der arrogante Mr. Darcy müssen erst ihre eigenen Vorurteile und gesellschaftliche Zwänge überwinden, um zueinander zu finden.10. Gustave Flaubert: Madame Bovary (1856)
Die unglückliche Emma Bovary sucht in Affären und Luxusphantasien Erfüllung und treibt damit ihre Familie in den Ruin.11. F. Scott Fitzgerald: Der große Gatsby (1925)
Der geheimnisvolle Millionär Jay Gatsby versucht, seine verlorene Liebe Daisy inmitten des glitzernden, oberflächlichen Jazz-Age zurückzugewinnen.12. Charles Dickens: Bleak House (1852 - 1853)
Ein monumentales Gesellschaftspanorama um einen erbitterten Erbschaftsprozess, das Korruption, Armut und das englische Justizsystem entlarvt.13. Jane Austen: Emma (1815)
Eine wohlhabende, selbstbewusste junge Frau spielt in ihrer Kleinstadt liebend gerne Amor, stiftet dabei enormes Chaos und übersieht fast ihr eigenes Liebesglück.14. Virginia Woolf: Mrs. Dalloway (1925)
Während Clarissa Dalloway die Vorbereitungen für eine Abendgesellschaft in London trifft, offenbaren die Gedankenströme der Figuren die seelischen Wunden der Nachkriegszeit.15. Herman Melville: Moby Dick (1851)
Kapitän Ahab jagt obsessiv den weißen Wal, der ihm ein Bein genommen hat – ein episches Abenteuer über Rache, Schicksal und die Natur.16. George Orwell: 1984 (1949)
In einem totalitären Überwachungsstaat versucht ein einfacher Angestellter, sich durch eine verbotene Liebesbeziehung der lückenlosen Gedankenkontrolle des „Großen Bruders“ zu widersetzen.17. Gabriel García Márquez: Hundert Jahre Einsamkeit (1967)
Das epische, von magischem Realismus durchwobene Schicksal der Familie Buendía spiegelt über sieben Generationen den Aufstieg und unaufhaltsamen Niedergang des isolierten Dorfes Macondo.18. Jane Austen: Anne Elliot (1817)
Die zurückhaltende Anne Elliot bekommt eine zweite Chance auf Liebe, nachdem sie Jahre zuvor den Heiratsantrag des nun erfolgreichen Captain Wentworth abgelehnt hatte.19. Laurence Sterne: Leben und Meinungen von Tristram Shandy Gentleman (1759–1767)
Ein exzentrischer, humorvoller Anti-Roman, der sich in endlosen, geistreichen Abschweifungen verliert, sodass der Erzähler am Ende kaum dazu kommt, überhaupt von seiner Geburt zu berichten.20. Emily Brontë: Sturmhöhe (1847)
Die düstere, zerstörerische Hassliebe zwischen dem Findelkind Heathcliff und der ungestümen Catherine Earnshaw stürzt zwei Generationen im rauen englischen Moor ins Verderben.21. Henry James: Bildnis einer Dame (1881)
Die junge Amerikanerin Isabel Archer sucht in Europa ihr Glück und gerät in die Fänge einer manipulierenden Gesellschaft.22. Chinua Achebe: Alles zerfällt (1958)
Der stolze Krieger Okonkwo muss ohnmächtig mitansehen, wie die traditionelle Lebensweise seines nigerianischen Stammes durch den Einbruch des britischen Kolonialismus und der Missionare unwiderruflich zerbricht.23. Salman Rushdie: Mitternachtskinder (1981)
In der Geburtsstunde der indischen Unabhängigkeit kommen Kinder mit magischen Fähigkeiten zur Welt, deren Schicksale untrennbar mit der turbulenten Geschichte ihrer Nation verknüpft sind.24. Kazuo Ishiguro: Was vom Tage übrigblieb (1989)
Ein alternder, pflichtbewusster britischer Butler blickt während einer Autofahrt auf sein Leben zurück und erkennt schmerzhaft, dass er für blinden Gehorsam seine eigenen Gefühle und Ideale geopfert hat.25. Vladimir Nabokov: Lolita (1955)
Der gebildete Humbert Humbert wird von der 12-jährigen Lolita besessen und entführt sie in eine obsessive, tragische Beziehung.26. Miguel de Cervantes: Don Quijote (1605/1615)
Ein durch alte Ritterromane um den Verstand gebrachter Edelmann zieht mit seinem treuen Knappen Sancho Panza los, um in einer längst modernen Welt gegen vermeintliche Riesen und Windmühlen zu kämpfen.27. Franz Kafka: Der Prozess (1925)
Ein Bankprokurist wird ohne Angabe von Gründen verhaftet und verstrickt sich auf der Suche nach Gerechtigkeit im undurchdringlichen, albtraumhaften Labyrinth einer anonymen Justizbürokratie.28. Fjodor Dostojewski: Die Brüder Karamasow (1879-1880)
Nach dem brutalen Mord an einem tyrannischen Vater entbrennt zwischen seinen ungleichen Söhnen ein psychologisches Drama um Schuld, Moral und die existenzielle Frage nach Gottes Existenz.29. Vladimir Nabokov: Fahles Feuer (1962)
Ein exzentrischer Universitätsprofessor kommentiert ein langes Gedicht seines ermordeten Kollegen und missbraucht die Fußnoten genial, um darin seine eigene, wahnhafte Lebensgeschichte zu erzählen.30. Mary Shelley: Frankenstein (1818)
Ein ehrgeiziger Wissenschaftler erschafft aus Leichenteilen künstliches Leben, wendet sich jedoch voller Abscheu von seiner Schöpfung ab und löst damit einen tödlichen Rachefeldzug der einsamen Kreatur aus.31. Muriel Spark: Die Blütezeit der Miss Jean Brodie (1961)
Eine charismatische Lehrerin in den 1930er Jahren formt ihre auserwählten Schülerinnen mit radikalen Ideen und treibt sie in Konflikt mit Moral und Gesellschaft.32. Arundhati Roy: Der Gott der kleinen Dinge (1997)
In Kerala zerstört die rigide Kastenordnung und ein verbotenes Liebesverhältnis das Leben zweier Zwillinge und ihrer Familie.33. Charles Dickens: David Copperfield (1850)
Die berührende Lebens- und Entwicklungsgeschichte eines Waisenjungen, der sich trotz einer traumatischen Kindheit und bitterer Armut im viktorianischen England zu einem erfolgreichen Schriftsteller hocharbeitet.34. Hilary Mantel: Wölfe (2009)
Thomas Cromwell steigt vom Schmiedsohn zum mächtigsten Mann am Hof Heinrichs VIII. auf und navigiert durch Intrigen, Verrat und die englische Reformation.35. Charles Dickens: Große Erwartungen (1861)
Der Waisenjunge Pip erhält durch einen unbekannten Gönner Zugang zur feinen Gesellschaft und muss lernen, was wahre Größe und Loyalität bedeuten.36. Margaret Atwood: Der Report der Magd (1985)
In einer totalitären christlichen Diktatur werden fruchtbare Frauen zu Gebärmaschinen degradiert – erzählt aus der Perspektive einer Magd.37. Ralph Ellison: Der unsichtbare Mann (1952)
Ein namenloser Afroamerikaner durchlebt die rassistische und ideologische Heuchelei der US-Gesellschaft, in der er von seinen Mitmenschen aufgrund seiner Hautfarbe schlichtweg nicht als Individuum wahrgenommen wird.38. Edith Wharton: Zeit der Unschuld (1920)
Im New York der 1870er Jahre steht ein Mann zwischen gesellschaftlicher Pflicht und der leidenschaftlichen Liebe zu einer geschiedenen Frau.39. Zora Neale Hurston: Vor ihren Augen sahen sie Gott (1937)
Die stolze Afroamerikanerin Janie Crawford befreit sich im amerikanischen Süden der Jahrhundertwende durch drei völlig unterschiedliche Ehen aus den Zwängen von Identitätsverlust und Unterdrückung.40. Toni Morrison: Solomons Lied (1977)
Milkman Dead bricht auf, um die Geschichte seiner Familie zu finden, und entdeckt dabei die Wurzeln und Mythen der afroamerikanischen Erfahrung.41. Joseph Conrad: Herz der Finsternis (1899)
Ein Schiffskapitän dringt den Kongo hinauf und begegnet dem kolonialen Grauen und der inneren Finsternis des Menschen.42. Thomas Mann: Der Zauberberg (1924)
Ein junger Ingenieur gerät während eines Besuchs in einem Schweizer Sanatorium in den Bann einer morbiden, vom Tod faszinierten Welt und verbringt dort sieben Jahre zwischen Krankheit, Liebe und philosophischen Debatten.43. Marilynne Robinson: Haus ohne Halt (1980)
Zwei verwaiste Schwestern wachsen bei ihrer exzentrischen, vagabundierenden Tante in einer abgelegenen Kleinstadt auf und müssen sich zwischen bürgerlicher Anpassung und radikaler Freiheit entscheiden.44. James Baldwin: Giovannis Zimmer (1956)
Zwei verwaiste Schwestern wachsen bei ihrer exzentrischen, vagabundierenden Tante in einer abgelegenen Kleinstadt auf und müssen sich zwischen bürgerlicher Anpassung und radikaler Freiheit entscheiden.45. Doris Lessing: Das goldene Notizbuch (1962)
Eine Schriftstellerin versucht ihre von psychischen Krisen, Politik, Liebe und Mutterschaft fragmentierte Existenz zu heilen, indem sie ihr Leben in vier Notizbüchern seziert.46. Giuseppe Tomasi di Lampedusa: Der Leopard (1958)
Ein sizilianischer Fürst erlebt den unaufhaltsamen Untergang seiner aristokratischen Welt während der italienischen Einigung.47. William Makepeace Thackeray: Jahrmarkt der Eitelkeit (1848)
Die skrupellose Aufsteigerin Becky Sharp navigiert durch die Heuchelei und den Ehrgeiz der englischen Gesellschaft des frühen 19. Jahrhunderts.48. Franz Kafka: Die Verwandlung (1915)
Ein Handlungsreisender wacht eines Morgens als riesiges Ungeziefer auf und wird von seiner Familie langsam verstoßen.49. Rohinton Mistry: Das Gleichgewicht der Welt (1995)
Vier Menschen aus unterschiedlichen Kasten und Schicksalen kämpfen in Indien während des Notstands 1975 um Würde und Überleben.50. Jean Rhys: Die weite Sargassosee (1966)
Die tragische Vorgeschichte von Bertha Mason („die Irre im Dachboden“) in der Karibik – Kolonialismus, Rassismus und Wahnsinn.51. Elena Ferrante: Meine geniale Freundin (2011)
Die leidenschaftliche, lebenslange Freundschaft zweier Mädchen aus dem Armenviertel Neapels nach dem Zweiten Weltkrieg.52. Henry James: Die Goldene Schale (1904)
Eine junge Amerikanerin heiratet einen italienischen Prinzen – ein psychologisch hochkomplexes Geflecht aus Ehe, Verrat und Besitz in der europäischen High Society.53. Shirley Hazzard: Transit der Venus (1980)
Zwei australische Schwestern kommen nach England und erleben über Jahrzehnte Liebe, Enttäuschung und die Unerbittlichkeit des Schicksals.54. Virginia Woolf: Orlando (1928)
Ein englischer Adliger lebt über drei Jahrhunderte, wechselt das Geschlecht und erkundet Identität, Zeit und Gesellschaft.55. Virginia Woolf: Die Wellen (1931)
Sechs Bewusstseine erzählen in inneren Monologen ihr Leben von der Kindheit bis zum Tod – ein poetisches Experiment über Zeit, Freundschaft und Vergänglichkeit.56. Jane Austen: Mansfield Park (1814)
Die stille, moralisch integre Fanny Price wächst bei reichen Verwandten auf und wird Zeugin von Intrigen, Verführung und gesellschaftlichem Wandel.57. William Faulkner: Schall und Wahn (1929)
Der Zerfall einer aristokratischen Südstaatenfamilie, erzählt in radikal fragmentierter, vielstimmiger Form.58. J. M. Coetzee: Schande (1999)
Ein Literaturprofessor in post-Apartheid-Südafrika verliert durch sexuelle Übergriffe und familiäre Gewalt alles – eine schonungslose Abrechnung mit Macht und Scham.59. Kazuo Ishiguro: Alles, was wir geben mussten (2005)
Drei Freunde wachsen in einer idyllischen englischen Internatsschule auf – und entdecken langsam ihr Schicksal als Klone für Organspenden.60. E. M. Forster: Wiedersehen in Howards End (1910)
Drei sehr unterschiedliche englische Gesellschaftsschichten stoßen aufeinander – verbunden durch das Landhaus Howards End und die Frage, "wer England besitzen soll".61. W. G. Sebald: Die Ringe des Saturn (1995)
Auf einer Wanderung durch Suffolk verwebt der Erzähler Landschaft, Geschichte, Zerfall und menschliche Katastrophen zu einer melancholischen Meditation über Vergänglichkeit.62. Chimamanda Ngozi Adichie: Die Hälfte der Sonne (2006)
Zwei Schwestern und ihre Umgebung erleben den nigerianischen Bürgerkrieg und die Gründung Biafras – ein Epos über Liebe, Verrat und Überleben.63. Zadie Smith: Zähne zeigen (2000)
Drei sehr unterschiedliche Londoner Familien aus Einwanderermilieus verbindet eine Freundschaft über Jahrzehnte hinweg inmitten von Rassismus, Religion und Identitätssuche.64. Ford Madox Ford: Die allertraurigste Geschichte (1915)
Ein unzuverlässiger Erzähler berichtet von zwei zerbrechenden Ehen und einer fatalen Dreiecksbeziehung kurz vor dem Ersten Weltkrieg.65. Alice Walker: Die Farbe Lila (1982)
Eine schwarze Frau im ländlichen Süden der USA befreit sich durch Leid, Liebe und Schwesterlichkeit aus Unterdrückung und findet ihre eigene Stimme.66. Michail Bulgakow: Der Meister und Margarita (1966-1967)
Der Teufel besucht das atheistische Moskau der 1930er Jahre und verknüpft Satire, Fantastik und die Geschichte von Pontius Pilatus.67. Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften (1930–1942)
Der intellektuelle Ulrich sucht in der untergehenden k.u.k.-Monarchie nach Sinn in einer Welt, die sich vor dem Ersten Weltkrieg auflöst.68. Cormac McCarthy: Die Abendröte im Westen (1985)
Eine gnadenlose, extrem gewalttätige Odyssee einer Skalpjäger-Bande im Grenzland zwischen Mexiko und Texas Mitte des 19. Jahrhunderts.69. Fjodor Dostojewski: Verbrechen und Strafe (1866)
Ein verarmter Student begeht einen Mord aus ideologischer Überzeugung und zerbricht an seiner Schuld.70. Thomas Hardy: Jude Fawley, der Unbekannte (1895)
Ein einfacher Mann kämpft vergeblich gegen Standesgrenzen, Bildungshunger und unglückliche Ehen – ein schonungsloses Schicksalsdrama.71. Albert Camus: Der Fremde (1942)
Der gleichgültige Meursault tötet einen Mann und wird weniger wegen des Mordes als wegen seiner Gefühllosigkeit verurteilt.72. Octavia Butler: Verbunden (1979)
Eine junge schwarze Frau wird immer wieder in die Zeit der Sklaverei zurückgerissen und muss dort ums Überleben kämpfen.73. Charles Dickens: Unser gemeinsamer Freund (1864 -1865)
Ein kompliziertes Geflecht aus Erbschaft, Heuchelei, Geld und gesellschaftlichem Aufstieg im viktorianischen London.74. W. G. Sebald: Austerlitz (2001)
Ein Mann rekonstruiert seine von den Nationalsozialisten zerstörte Kindheit und Identität – ein meisterhaftes Werk über Erinnerung und Trauma.75. Tsitsi Dangarembga: Aufbrechen (1988)
Ein Rhodesisches Mädchen kämpft um Bildung und Selbstbestimmung in einer von Kolonialismus und Patriarchat geprägten Gesellschaft.76. Toni Morrison: Sehr blaue Augen (1970)
Ein schwarzes Mädchen sehnt sich nach blauen Augen und wird Opfer rassistischer Selbsthass- und Gewaltstrukturen in den 1940er Jahren.77. Bram Stoker: Dracula (1897)
Der Vampirgraf Dracula kommt nach England und löst einen Kampf zwischen Gut und Böse aus – der klassische Schauerroman.78. Willa Cather: Meine Antonia (1918)
Die harte Pionierzeit in Nebraska, erzählt durch die lebenslange Verbundenheit eines Mannes mit einer starken böhmischen Einwanderin.79. D. H. Lawrence: Der Regenbogen (1915)
Drei Generationen einer englischen Familie erleben Industrialisierung, sexuelle Erweckung und den Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft.80. V. S. Naipaul: Ein Haus für Mr. Biswas (1961)
Ein indischstämmiger Mann auf Trinidad kämpft ein Leben lang um Unabhängigkeit und ein eigenes Haus.81. James Baldwin: Von dieser Welt (1953)
Ein schwarzer Junge in Harlem ringt mit Religion, Sexualität und familiärer Gewalt.82. Daphne du Maurier: Rebecca (1938)
Eine junge Frau wird auf dem Landsitz Manderley von der übermächtigen Präsenz der verstorbenen ersten Ehefrau überschattet.83. Thomas Mann: Buddenbrooks (1901)
Der Niedergang einer Lübecker Kaufmannsfamilie über vier Generationen – ein großes deutsches Jahrhundertpanorama.84. Graham Greene: Das Ende einer Affäre (1951)
In London während des Zweiten Weltkriegs endet eine leidenschaftliche Affäre und führt zu Fragen von Glauben, Eifersucht und Schuld.85. Ernest Hemingway: In einem anderen Land (1929)
Ein amerikanischer Soldat erlebt im Ersten Weltkrieg Liebe und Verlust in Italien.86. Patricia Highsmith: Der talentierte Mr. Ripley (1955)
Der charismatische Soziopath Tom Ripley begehrt das Leben eines reichen jungen Mannes – und nimmt es sich.87. Han Kang: Die Vegetarierin (2007)
Eine Frau verweigert plötzlich Fleisch und gleitet in einen radikalen, körperlichen und psychischen Ausnahmezustand.88. Henry James: Die Drehung der Schraube (1898)
Eine Gouvernante glaubt, zwei Kinder auf einem Landsitz würden von Geistern heimgesucht – ein Meisterwerk der psychologischen Ungewissheit.89. Alan Hollinghurst: Die Schönheitslinie (2004)
Ein junger Homosexueller bewegt sich in den 1980er Jahren zwischen Thatcher-Gesellschaft, Drogen, Sex und Schönheit.90. E. L. Doctorow: Ragtime (1975)
Amerika um 1900 in einem virtuosen Mosaik aus realen und fiktiven Figuren – Rassismus, Klassenkampf und Aufbruch.91. Ursula K. Le Guin: Die linke Hand der Dunkelheit (1969)
Ein Gesandter der Erde landet auf einem Planeten, dessen Bewohner geschlechtslos sind und nur zeitweise männlich oder weiblich werden.92. Virginia Woolf: Jacobs Zimmer (1922)
Das Leben eines jungen Mannes wird in fragmentarischen, impressionistischen Szenen erzählt – ein frühes Meisterwerk des Modernismus.93. Wassili Grossman: Leben und Schicksal (1980)
Ein monumentales Epos über den Kampf um Stalingrad und die zerstörerische Kraft totalitärer Systeme.94. Gustave Flaubert: Lehrjahre der Männlichkeit (1869)
Ein junger Mann erlebt in Paris die Revolution von 1848 und scheitert an seinen romantischen Illusionen.95. Italo Calvino: Die unsichtbaren Städte (1972)
Marco Polo beschreibt dem Kublai Khan fantastische, imaginäre Städte – ein philosophisches Spiel über Sprache, Erinnerung und Utopie.96. Edward P. Jones: Die bekannte Welt (2003)
Ein freier schwarzer Mann besitzt in den Südstaaten vor dem Bürgerkrieg selbst Sklaven – ein radikales Sittengemälde.97. Thomas Hardy: Auf verschlungenen Pfaden (1878)
Vier Menschen geraten auf der wilden Heide von Egdon in ein tragisches Netz aus Liebe, Ehe und Schicksal.98. Juan Rulfo: Pedro Páramo (1955)
Ein Mann sucht seinen Vater in einem verlassenen Dorf – und findet eine Geisterstadt voller Stimmen der Toten.99. Joseph Heller: Catch 22 (1961)
Die absurde Logik des Krieges in einer Bomberstaffel im Zweiten Weltkrieg – der ultimative Antikriegsroman.100. Cormac McCarthy: Die Straße (2006)
Ein Vater und sein Sohn ziehen durch eine postapokalyptische, verbrannte Welt und kämpfen ums nackte Überleben.
Neuerscheinungen 2026
Soweit die Guardian-Liste der 100 besten Romane. Wenn Sie sich auch für Top-Titel des aktuellen Jahres interessieren, so schauen Sie sich einmal meine sorgfältig erstellte Liste der besten Bücher 2026 an. Zudem lohnt sich auch ein Blick auf meine Auswahl der besten Bücher der letzten Jahre.
Über den Autor Marcel Behling
Seit 2009 kuratiere ich als Gründer von "Die besten aller Zeiten" (DBAZ) handverlesene Buchempfehlungen abseits von Mainstream-Bestsellern. Als passionierter Vielleser mit Fokus auf philosophische Tiefe prüfe ich jedoch nicht nur Neuerscheinungen persönlich auf ihre Substanz, sondern ordne auch zeitlose Klassiker der Weltliteratur und bedeutende Literaturthemen fachlich ein. Mein Ziel ist es, eine fundierte Orientierung in der Welt der Literatur und Philosophie zu bieten. Bei mir zählt die echte Leseerfahrung und die tiefe Auseinandersetzung v.a. mit existenzialistischen Themen.






